Die Autoindustrie auf der CES 2017 in Las Vegas

Man hat sich mit der Zeit an die Autofirmen auf der IT- und Computermesse CES gewöhnt, wie man sich an den steigenden Elektronikeinsatz im Auto gewöhnt hat. Große Neuigkeiten werden auf der 50sten CES 2017 allerdings nicht präsentiert

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Die Autoindustrie auf der CES 2017 in Las Vegas
Lesezeit: 4 Min.
Von
  • Wolfgang Gomoll
  • Joaquim Oliveira
  • Stefan Grundhoff
Inhaltsverzeichnis

Seit Anfang der 2000er Jahre präsentiert sich die internationale Autoindustrie – entsprechend dem steigenden Elektronikanteil in Fahrzeugen – immer stärker auf der Consumer Electronic Show (CES). Zuerst begannen Hersteller wie General Motors oder Hyundai in Las Vegas mit Neuerungen auf dem Gebiet der Fahrzeugelektronik die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ihnen folgte inzwischen fast die gesamte internationale und auch die deutsche Autoindustrie. Der Zeitpunkt Anfang des Jahres schien perfekt, die Lokalität durch die Nähe zum staunend beäugten Silicon Valley vielversprechend und für vergleichsweise wenig Geld konnte man sich an der Seite von Google, Intel, Samsung, Sony oder Nvidia als visionäres Zukunftsunternehmen präsentieren.

Doch die Zeiten haben sich 50 Jahre nach der ersten CES, seinerzeit noch in New York mit 250 Ausstellern und 17.500 Besuchern abgehalten, geändert. Vielen IT-Nerds war die laut aufspielende Autoindustrie, die mit Geld für Keynotes und mediale Messeauftritte nur so um sich warf, ohnehin ein Dorn im Auge. Schließlich hat die Autoindustrie jedes Jahr nur ein paar Tage später in Motorcity Detroit mit der North American International Autoshow (NAIAS) ihre eigene große Bühne.

Die Autoindustrie auf der CES 2017 in Las Vegas (12 Bilder)

So stellt sich ZF neue Bediensysteme vor. Die Lenksäule (ohne die Uhr) haben sie sich bei Citroën abgeschaut.
(Bild: ZF)

Doch waren Volkswagen, BMW oder Mercedes dankbar für die neue Plattform, auf der sie sich als Mobilitätsunternehmen in Szene zu setzen und mit (teil)elektrischen Studien wie dem VW Budd-e, dem Mercedes F 015 oder einem BMW i8 Spyder profilieren konnten. Visionäre Interieurs und Ausblicke auf trendige Zukunftsthemen dieser Prototypen sind nicht immer Spielereien verträumter Ingenieure: So wurden Bedienkonzepte wie Touchpanels oder die Gestensteuerung zuerst auf der CES dem Publikum nähergebracht und fanden dann bei Audi oder BMW den Weg in die Serie.

2017 sucht man die großen Neuigkeiten vergeblich. Daimler oder die Kooperation aus ZF und Nvidia beschwören das Thema „künstliche Intelligenz”, die in den nächsten Jahren in vernetzte Autos finden soll. „Gemeinsam mit Nvidia bringen wir die Rechenleistung eines Supercomputers, wie sie für künstliche Intelligenz benötigt wird, in Personen- und Nutzfahrzeuge sowie Industrieanwendungen”, kündigt ZF-Vorstandsvorsitzender Sommer an. „ZF-Technik lässt Fahrzeuge sehen, denken und handeln. Mit der AI-Plattform von NVIDIA machen wir vor allem beim ‚Denken-lassen‘ einen großen Sprung nach vorn.”