Fahrbericht Mini Cooper Countryman S All4
Der Mini Countryman ist mittlerweile eher schmucke SUV-Alternative für Lifestylebewusste als quirliger Kleinwagen. Von der Ursprungsidee eines kompakten Wuslers mit dem fast schon zu Tode zitierten „Gokart-Feeling” hat sich das Mini-SUV mittlerweile weit entfernt
- Wolfgang Gomoll
Der Mini Countryman ist mittlerweile eher schmucke SUV-Alternative für Lifestylebewusste als quirliger Kleinwagen. Von der Ursprungsidee eines kompakten Wuslers mit dem fast schon zu Tode zitierten „Gokart-Feeling” hat sich das Mini-SUV mittlerweile weit entfernt.
Mini hat die Modellpalette deutlich ausgedünnt: Unglückliche Modelle wie der Roadster und das Coupé, aber auch der Paceman verschwinden aus dem Angebot, der Countryman bleibt. Kein Wunder, bei dem anhaltenden SUV-Trend und den bisherigen Verkaufszahlen: Seit 2010 haben sich 550.000 Autofahrer für das Crossover-Modell entschieden. Diese Zahl soll mit der neuen Generation noch überboten werden. Damit ist der Countryman eine wichtige Säule des Mini-Wachstums, dass 2017 das Rekordjahr 2016 mit weltweit über 360.000 verkauften Modellen in den Schatten stellen soll. Um die gestiegenen Ansprüche bei den Verkaufszahlen zu befriedigen, glaubt man, der Contryman müsse dazu massentauglicher sein. Heraus kommt eine Art Kompromiss.
Fahrbericht Mini Cooper Countryman S All4 (16 Bilder)

(Bild: Mini (alle))
Mit dem Standard-Stahlfahrwerk und der 18 Zoll-Bereifung ist die zweite Generation des Mini-SUVs beileibe keine Sänfte, federt aber bei weitem nicht so stößig wie der Vorgänger. Knackiger ist das Sportfahrwerk, und alle Alternativen bieten adaptive Dämpfer (500 Euro).
Wo bleibt der Punch?
Egal, wie das Fahrwerk konfiguriert ist, der typische Punch eines Cooper S ist bei dem neuen Countryman trotz der Leistung von 141 kW / 192 PS verloren gegangen. Im Sport-Fahrmodus bemüht sich die Achtgang-Automatik mit vielen Schaltvorgängen und Ausdrehenlassen des Motors um Dynamik. Doch wirkt das eher angestrengt als sportlich. Wer mehr Schmackes sucht, sollte auf die John Cooper Works-Version warten, die gemeinsam mit dem Plug-in-Hybriden ab Juni beim Händler steht.
Kein Wunder, mit einem Gewicht von 1530 Kilogramm und einer Länge von 4,30 Meter (20 Zentimeter mehr als der Vorgänger) ist der Countryman eher schmucke SUV-Alternative für Lifestylebewusste als quirliger Kleinwagen. Von der Ursprungsidee eines wieselflinken Flitzers ist der Mini-SUV mittlerweile weit entfernt. Das Wachstum beruht auf der gemeinsamen UKL-Plattform, die er mit der buckligen Verwandtschaft BMW X1 und BMW 2er Active Tourer teilt.
Der optionale Allradantrieb hilft dem hochbeinigen Mini sowohl um schnelle Kurven als auch abseits der Straße. Wobei nur wenige Fahrer den Countryman ins Gelände scheuchen werden. Der Allradantrieb agiert nach dem Hang-On-Prinzip: Im Normalfall, zum Beispiel beim Geradeausfahren auf der der Autobahn, treibt ihn nur die Vorderachse. Bei Bedarf hilft die Hinterachse. Maximal gehen so 50 Prozent der Antriebskraft nach hinten.