Auf der IAA Nutzfahrzeuge 2018
Digitalisierung, Elektromobilität, Vernetzung und automatisiertes Fahren, das sind die Hauptthemen der Nutzfahrzeug-Branche auf ihrer 67. Leitmesse in Hannover. 2174 Aussteller aus 48 Ländern präsentieren sich und ihre Produkte auf 282.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche
- JĂĽrgen Wolff
Es ist schon eine ganze Weile her, dass es der Nutzfahrzeug-Branche und ihrer 67. Leitmesse in Hannover so gut ging wie in diesem Jahr. 2174 Aussteller aus 48 Ländern präsentieren sich und ihre Produkte auf 282.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche: neuer IAA-Rekord. Die Zahl der Weltpremieren hat sich um fast ein Drittel auf 435 erhöht, ebenfalls ein neuer Höchstwert. Erwartet werden rund 800.000 Besucher.
Elektrisch auf der letzten Meile
Auch in den Märkten zeigen die Kurven wieder nach oben. So legten die Zahlen bei den Nutzfahrzeugen über sechs Tonnen im bisherigen Jahresverlauf für Westeuropa um zwei Prozent, für China um acht Prozent für die USA gar um 18 Prozent zu. Besonders wichtig und rapide wachsend ist der Bereich der leichten Nutzfahrzeuge. VDA-Chef Bernhard Mattes zum Auftakt der Messe: „Wir gehen davon aus, dass der Absatz in Westeuropa im Gesamtjahr 2018 auf knapp zwei Millionen Fahrzeuge steigen wird.” Vor allem in Deutschland und Europa brummt das Geschäft mit Transportern dank des Online-Handels und des mit wachsenden Warenverkehrs auf der „letzten Meile” in urbanen Räumen. 2018 wurden in Deutschland bisher rund 250.700 Nutzfahrzeuge neu zugelassen, ein Plus von vier Prozent. Allein im August waren davon laut VDA 33.500 Transporter, zwölf Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
Auf der IAA Nutzfahrzeuge 2018 (18 Bilder)

Unter dem abgesehen vom Englischen wenig originellen Motto „Driving Tomorrow” sind Digitalisierung, Elektromobilität, Vernetzung sowie – vor allem bei den schwereren Fahrzeugen – automatisiertes Fahren die Stichworte für die IAA 2018. Entsprechend viele Transporter mit Elektro- oder anderen alternativen Antrieben finden sich auf den Messeständen – sehr viele davon sind längst aus dem Erprobungsstadium heraus. Mercedes etwa zeigt den eVito und den eSprinter, die gerade zu den Händlern rollen, Ford elektrisiert den Transit, Volkswagen den Transporter und den Crafter, Fiat setzt auf Stromer, selbst das russische Traditionsunternehmen GAZ ist mit einer elektrisch angetriebenen Version seiner Transporterplattform GAZelle in Hannover vertreten.
Der Streetscooter bekommt Wettbewerber
Andere Hersteller sind nicht nur dabei, mit ihren in Hannover gezeigten Produkten auf die Straße zu gehen, sondern dort längst unterwegs. Nissan etwa verkaufte von seinem e-NV200 (Test), der bereits in der zweiten Generation läuft, im ersten Halbjahr 2018 europaweit gut 7000 Stück – ein Zuwachs von 128 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Anderes Beispiel: Der zusammen mit Ford entwickelte Streetscooter der Deutsche Post-Tochter läuft längst nicht mehr nur in der Paketzustellung, sondern bietet die Option für verschiedene Aufbauten. Die Reichweiten der in Hannover gezeigten Transporter sind für den innerstädtischen Gebrauch längst kein Problem mehr: Im neuen WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicle Test Procedure) für eine Batterieladung sind sie im städtischen Zyklus auf bis zu 300 Kilometer gestiegen. Über den gesamten Fahrzyklus liegen sie je nach Hersteller und Marke zwischen 120 und 200 Kilometer.