Verbraucherschützer fordern doppelte Kaufprämie für kleine E-Autos

Förderungswürdig sind keine großen und schweren SUVs, sondern kleine, leichte und platzsparende E-Fahrzeuge, meint der Bundesverband der Verbraucherzentralen.

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(Bild: Smile Fight / shutterstock.com)

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Auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) hat sich jetzt in die Debatte über die Zukunft der Kaufprämie für Elektroautos eingeschaltet, die eigentlich am 30. Juni auslaufen soll. Der Verband appelliert an die Bundesregierung, den Umweltbonus zu verlängern, da Käufer bisher nicht einmal ein Drittel der Fördersumme von insgesamt 600 Millionen Euro abgerufen hätten. Das Programm müsse aber stärker auf "kleine, leichte und platzsparende Fahrzeuge" ausgerichtet werden. Große und schwere Autos wie SUVs seien bei der Verkehrswende nicht "wirklich zielfördernd und zukunftsfähig".

Konkret fordert der vzbv, den staatlichen Zuschuss für reine Batteriefahrzeuge von 2000 auf 4000 Euro zu verdoppeln und bei einem Netto-Listenpreis von 35.000 Euro zu deckeln. Ein Volkswagen e-Golf würde so zusammen mit dem Herstelleranteil "leistungs- und ausstattungsbereinigt genauso viel kosten wie ein normaler Golf mit Benzinantrieb". Zudem sollten elektrische Kleinfahrzeuge ebenso von der Förderung profitieren können. Die Kaufprämie möchten die Verbraucherschützer solange verlängert wissen, bis die gesamte Fördersumme aufgebraucht ist. Der Appell geht in Richtung der Vorschläge von VW, die im Verband der Automobilindustrie (VDA) aber zu Spannungen vor allem mit BMW und Daimler führten.

Die Finanzhilfen sind aus Sicht des vzbv aber nicht die einzige Stellschraube, um die Elektromobilität auf Deutschlands Straßen anzuschieben. Die öffentliche Ladeinfrastruktur müsse verbraucherfreundlicher und die Installation eines eigenen Ladepunkts in einer Gemeinschaftsgarage vereinfacht werden, verlangt der Verband. Auch Vorteile für E-Autos bei der Kfz-Steuer seien ein geeignetes Mittel. Gleichzeitig sollte eine Reform der Abgaben für Verbrennerfahrzeuge auf den Weg gebracht werden. Eine "vollständige Orientierung der Steuer" am Kohlendioxidausstoß der Fahrzeuge sei nötig, um die E-Mobilität voranzutreiben. Dies würde laut den Verbraucherschützern "einen starken Anreiz für den Kauf von emissionsarmen Fahrzeugen setzen". (axk)