Bosch: Stromsparender Reifendrucksensor
Bosch hat einen neuen Piezo-Drucksensor vorgestellt, der besonders stromsparend arbeitet. Dieser kleine Unterschied kann darüber entscheiden, ob sich ein Reifendruckkontrollsystem preislich lohnt oder nicht
- Gernot Goppelt
Seit September 2007 sind Reifenrucksensoren Pflicht für alle Neufahrzeuge bis 4,5 Tonnen – zumindest in den USA. Doch auch hierzulande setzt sich diese Technik immer mehr durch, nachdem sie bisher vor allem der Oberklasse vorbehalten war. Reifendruckkontrollsysteme dienen dazu, zu erkennen, wenn der Luftdruck in einem oder mehreren Rädern fällt, um den Fahrer in diesem Fall zu warnen.
Indirekte Messung mit ABS-Sensoren
Dabei sind ab Werk zwei Systeme üblich: In der einfacheren Variante bedient sich die Automobilelektronik der ABS-Sensorik, um zu erkennen, ob sich Räder unterschiedlich schnell drehen. Denn das deutet auf einen abweichenden Rollumfang des Rades wegen Druckverlusts hin. Es handelt sich also eigentlich um eine indirekte Messung, bei welcher der Luftdruck selbst nicht ermittelt wird. Daraus erklärt sich sein Nachteil: Wenn alle Räder gleichzeitig Luft verlieren – ein natürlicher Vorgang – merkt das System nichts, da es nur auf unterschiedliche Drehgeschwindigkeiten achtet. Dennoch ist diese Technik, die keine zusätzliche Sensorik erfordert, ein guter Kompromiss. Schließlich soll sie vor allem den Fall absichern, dass ein Rad plötzlich Luft verliert.
Bosch: Stromsparender Reifendrucksensor (1 Bilder)

Der Reifendrucksensor SMD400 ist das Kernelement von batteriegespeisten Reifenmodulen in Reifendruck-Überwachungssystemen
Die „echte“ Reifendruckmessung
Es geht aber noch besser: So genannte Tire Pressure Monitoring Systems (TPMS) messen tatsächlich den Druck in den Reifen, sodass sie auch warnen können, wenn alle Räder zu wenig Luft haben und man wieder einmal nachfüllen sollte. Schließlich kann auch gleichmäßig abfallender Druck zum Sicherheitsrisiko werden, weil die Fahrstabilität leidet. Ein solches System beruht auf einem Drucksensor, der innerhalb des Reifens an der Felge befestigt ist und seine Messergebnisse per Funk an die Fahrzeugelektronik übermittelt. Außer der Messgröße Luftdruck kann der Sensor Daten wie Temperatur, Bewegung und Batteriespannung an die Automobilelektronik übermitteln – und zudem seine ID, damit die Elektronik weiß, von welchem Rad die Daten stammen. Nachteil dieses Systems: Jedes Rad braucht seinen eigenen Sensor – das kostet mehr Geld in der Anschaffung, aber auch in der Wartung, und zwar dann, wenn der batteriebetriebene Sensor irgendwann seinen Dienst versagt.