XWD-Allradantrieb von Saab nutzt Drehmoment zur Fahrzeugstabilisierung

Der schwedische Autohersteller Saab will nach eigenen Angaben mit dem XWD-Allradantrieb für mehr Sicherheit und Sportlichkeit sorgen. Der Allradantrieb wurde speziell für die 9-­3-Aero- und Turbo-X-Modelle entwickelt

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Rüsselsheim, 18. Februar 2008 – Der schwedische Autohersteller Saab will mit dem XWD-Allradantrieb (Cross Wheel Drive) für mehr Sicherheit und Sportlichkeit sorgen. Der Allradantrieb wurde speziell für die 9-3-Aero- und Turbo-X-Modelle in Verbindung mit dem 280 PS starken 2.8 V6-Turbomotor entwickelt. Verkaufsstart ist noch im Frühjahr 2008.

Das XWD von Saab ist nicht nur ein Allradantrieb, sondern zudem ein Fahrdynamiksystem, das sich Drehmoment zunutze macht. Im Gegensatz zum ESP, das ein Fahrzeug über Bremseingriffe in der Spur hält, stabilisieren drehmomentbasierte Systeme ein Fahrzeug unter Last. Sie bremsen das Fahrzeug also nicht ein, sondern können im Gegenteil sogar bewirken, dass ein Fahrzeug zum Beispiel bei schnellen Wechselkurven deutlich schneller unterwegs ist.

XWD-Allradantrieb von Saab nutzt Drehmoment zur Fahrzeugstabilisierung (3 Bilder)

Das Allradsystem XWD wurde speziell fĂĽr den Saab 9-3 Turbo X entwickelt

Bei Saabs XWD wird je nach Bedarf und Fahrsituation das Drehmoment vollautomatisch und variabel zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt, um gezielt Unter- oder Übersteuern entgegenzuwirken. Beim Anfahren sorgt zudem eine Vorab-Aktivierung dafür, dass Drehmoment gezielt auf die Hinterräder geleitet wird. Damit beugt Saab dem Schlupf an den Vorderrädern vor, der durch die Schwerpunktverlagerung nach hinten an den Vorderrädern entstehen kann.

Die elektronische Kontrolleinheit des Allradantriebs erhält von mehr als 20 Sensoren 100 Signale pro Sekunde. Sie versorgen das XWD mit Informationen über Geschwindigkeit, Radumdrehungen, Querbeschleunigung, Drosselklappenstellung, Gierrate und Lenkwinkel. Beim scharfen Herausbeschleunigen aus Kurven können fast 100 Prozent des Drehmoments an die Hinterachse übertragen werden. Bei Autobahnfahrten dagegen werden im Normalfall nur fünf bis zehn Prozent des Drehmoments an die Hinterräder abgegeben. Dies soll zum einen für eine höhere Fahrstabilität sorgen und zum anderen Reibung reduzieren, um Kraftstoff zu sparen.