Chinese Open: der MG TF LE500
Seit dem Niedergang von MG-Rover war es still geworden um die sportliche Marke MG. Doch bereits ab September soll der Roadster MG TF unter chinesischer Flagge wieder aus dem Werk in Longbridge rollen
- rhi
Birmingham (Großbritannien), 13. Mai 2008 – Wolseley, Austin, Morris, Vanden Plas, Princess, Sterling, MG – es sind Namen einer glorreichen englischen Automobilvergangenheit, in der die Briten auf Augenhöhe mit Deutschen, Franzosen und Italienern konkurrierten. Doch seit 1968, als mehrere Marken unter dem Dach British Leyland zusammengefasst wurden, ging es abwärts bis zur traurigen Erkenntnis: Großserienhersteller in britischer Hand gibt es nicht mehr. Dass Marken wie Jaguar oder MG nicht endgültig im Geschichtsbuch landen, ist ausgerechnet Indern und Chinesen zu verdanken. Im Mai diesen Jahres erhielt der indische Autobauer Tata Motors die Erlaubnis, Jaguar zu erwerben, bereits 2005 sicherte sich das chinesische Unternehmen die Rechte an der Marke MG. Bereits im August sollen wieder der MG TF Roadster vom Band laufen, der Verkaufsstart ist für September 2008 vorgesehen.
Neustart unter chinesischer Flagge
Nach dem Zusammenbruch der MG-Rover-Gruppe im Jahr 2005 hatte das chinesische Unternehmen Nanjing Automobile Group Corp. für 97 Millionen Dollar die Marke MG und das MG-Werk in Longbridge bei Birmingham übernommen. Die im Jahr 1947 gegründete Firma Nanjing zählt zu den ältesten Autoherstellern der Volksrepublik. In den letzten Jahren hatte Nanjing unter anderem ein Joint-Venture mit Fiat vereinbart und die erste Generation des Seat Ibiza in China weitergebaut. Nun versuchen die Chinesen mithilfe der Erbmasse von MG, zu der die Modelle TF sowie ZT und ZT-T gehören, in Europa Fuß zu fassen.
Chinese Open: der MG TF LE500 (8 Bilder)

Mit dem limitierten TF LE500 startet MG sein Comeback in Großbritannien.
Zusammenarbeit mit Roewe
Bereits Ende Mai 2007 wurde das MG-Stammwerk in Longbridge wiedereröffnet. Ende 2007 verkündete Nanjing Automobile schließlich die Fusion mit dem chinesischen Marktführer Shanghai Automotive Industry Corporation, kurz SAIC. Zu den Tochterfirmen von SAIC gehören außer einem Joint-Venture mit General Motors auch gemeinsam mit VW betriebene Werke, in denen unter anderem der in China beliebte VW Santana hergestellt wird. Nach der Rover-Pleite hatte man die Lizenzen zur Fertigung der Modelle Rover 75 und 25 erworben, nicht jedoch die Namensrechte, die heute Ford gehören. Als Folge wird der Rover 75 in China unter dem wenig originellen Namen Roewe 750 verkauft.