Umweltbundesamt kritisiert E-Scooter

E-Tretroller machen den Verkehr in den InnenstĂ€dten nach EinschĂ€tzung des UBA bisher kaum umweltfreundlicher und wĂ€ren in Außenbezirken besser aufgehoben. „Die gefahrenen Strecken können auch zu Fuß, mit Bus, Bahn oder Fahrrad bewĂ€ltigt werden“, sagte UBA-PrĂ€sidentin Krautzberger

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„Die gefahrenen Strecken sind meist sehr kurz und können regelmĂ€ĂŸig auch zu Fuß, mit Bus, Bahn oder Fahrrad bewĂ€ltigt werden“, sagte UBA-PrĂ€sidentin Maria Krautzberger

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Elektro-Tretroller machen den Verkehr in den InnenstĂ€dten nach EinschĂ€tzung des Umweltbundesamts bisher kaum umweltfreundlicher und wĂ€ren in Außenbezirken besser aufgehoben. „Die gefahrenen Strecken sind meist sehr kurz und können regelmĂ€ĂŸig auch zu Fuß, mit Bus, Bahn oder Fahrrad bewĂ€ltigt werden“, sagte UBA-PrĂ€sidentin Maria Krautzberger der Deutschen Presse-Agentur. Im Vergleich zum Fahrrad seien sie die „deutlich umweltschĂ€dlichere“ Variante.

Hilfreicher wĂ€re es, wenn Anbieter die Fahrzeuge in Außenbezirken aufstellen wĂŒrden, sagte Krautzberger. „Hier kann es durchaus sinnvoll sein, die zu lange Strecke zu Bus oder Bahn schnell mit dem E-Scooter anstatt mit dem Auto zu ĂŒberbrĂŒcken.“ Auch der Deutsche StĂ€dte- und Gemeindebund hatte jĂŒngst kritisiert, dass am Rand von GroßstĂ€dten oft keine Leihroller verfĂŒgbar seien.

In einem Papier, dass das Umweltbundesamt (UBA) am Dienstag (3. September 2019) ins Netz stellte, heißt es: „Wird der E-Scooter anstatt der eigenen FĂŒĂŸe oder des Fahrrades benutzt, ist das schlecht fĂŒr Umwelt und Gesundheit.“ Der Umwelt helfe es, wenn der Umstieg vom Auto auf öffentlichen Nahverkehr erleichtert und das eigene Auto ĂŒberflĂŒssig werde. „Diese Art der Nutzung scheint bisher jedoch nur auf einen geringen Anteil der Nutzenden zuzutreffen.“

Studien dazu, fĂŒr welche Wege E-Scooter genutzt wĂŒrden und ob sie Pkw oder MotorrĂ€der ersetzten, lĂ€gen bisher fĂŒr Deutschland nicht vor, heißt es weiter. Erste Zahlen aus Berlin ließen aber vermuten, dass die Wege im Schnitt etwa zwei Kilometer lang seien. Eine Umfrage in Paris habe ergeben, dass 85 Prozent der Nutzer ohne Roller zu Fuß gegangen wĂ€ren, öffentlichen Nahverkehr oder das Rad genutzt hĂ€tten. Seit Monaten streiten BefĂŒrworter und Gegner ĂŒber die seit Juni 2019 in Deutschland zugelassenen E-Tretroller. Dabei geht es oftmals auch um zugeparkte Gehwege, verstopfte Radwege oder betrunkene Fahrer, aber auch um Umweltfragen.

Das UBA setzt sich auch kritisch mit der Herstellung und Lebensdauer der Akkus, dem Strombedarf und der Logistik hinter den Leihrollern auseinander. Die Behörde bringt den Vorschlag ins Spiel, dass Kommunen nur E-Scooter zum Verleih genehmigen könnten, die bestimmte Umweltkriterien erfĂŒllen. „Dazu zĂ€hlen die Austauschbarkeit der Akkus, die Reparierbarkeit nebst ErsatzteilverfĂŒgbarkeit sowie eine lange garantierte Lebenserwartung des Akkus bzw. des E-Scooters“, heißt es im Papier.

Herstellung und Lebensdauer seien fĂŒr die Umweltbilanz „wesentlich“. Vergleichsweise gering falle der Ladevorgang ins Gewicht. Im Idealfall geschehe dies mit Ökostrom. FĂŒr eine umfassende Beurteilung der Umweltauswirkungen sei es noch zu frĂŒh. FĂŒr Pedelecs, also Elektro-FahrrĂ€der, hat das UBA errechnet, dass nach 165 Kilometern die klimaschĂ€dlichen CO2-Emissionen der Batterieherstellung beglichen sind, wenn man mit dem E-Bike statt mit dem Auto fĂ€hrt.

UBA-PrĂ€sidentin Krautzberger betonte, dass das privat genutzte Auto in StĂ€dten das „deutlich grĂ¶ĂŸere Umweltproblem“ sei im Vergleich zum E-Scooter – „sowohl was die Schadstoffe als auch was den LĂ€rm angeht.“ StĂ€dte mĂŒssten etwa die Zahl der StellplĂ€tze fĂŒr Autos deutlich reduzieren, auch um mehr Platz fĂŒr Rad- und Fußwege zu schaffen. Im Papier der Behörde heißt es, die Bedeutsamkeit des Themas E-Scooter und ihrer Nachhaltigkeit solle „nicht ĂŒberbewertet werden“. In Berlin etwa kĂ€men – Stand Juli – derzeit auf einen E-Scooter rund 270 Pkw. (mfz)