Der Joule von Optimal Energy: Das erste Elektroauto aus Afrika

In Paris ist das erste Elektroauto zu sehen, das in Südafrika gebaut werden soll. Sechs Sitze, Li-Ion-Batterien für 400 km Reichweite und ein berühmter Name schrauben die Erwartungen hoch

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Von
  • rhi
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Kapstadt (Südafrika), 7. Oktober 2008 – Im Hauptberuf Bierbrauer, avancierte James Prescott Joule durch die grundlegenden physikalischen Experimente, die er Mitte des 19. Jahrhunderts durchführte, zum Namensgeber für die heute international verbindliche Einheit für die Größen Energie, Arbeit und Wärmemenge. Für das südafrikanische Unternehmen Optimal Energy lag es folglich auf der Hand, den Wagen nach dem berühmten Engländer zu benennen. Zugleich ist der Joule das erste Elektroauto aus afrikanischer Produktion. Zu sehen ist es auf dem Pariser Autosalon noch bis zum 19. Oktober 2008.

Die Optik des kompakten Fünftürers stammt aus der Feder des südafrikanischen Designers Keith Helfet, der lange Zeit bei Jaguar beschäftigt war und dort unter anderem den Supersportwagen XJ 220 zeichnete. Den Joule beschreibt Optimal Energy als Kompaktauto, das auf ein optimales Raumangebot hin konzipiert wurde. Die selbsttragende Stahlkarosserie wird durch Kompositwerkstoffe aus Glas und Karbon ergänzt. Ähnlich wie beim Smart gibt es Bodypanels aus Kunststoff.

Der Joule von Optimal Energy: Das erste Elektroauto aus Afrika (7 Bilder)

Das südafrikanische Unternehmen Optimal Energy zeigt in Paris den Joule.

Das Chassis des Joule wurde so konzipiert, dass zwei große Lithium-Ionen-Akkupacks hineinpassen, die zusammen eine Reichweite von 400 Kilometern ermöglichen sollen. Je nach Leistungs- und Preiswünschen des Kunden können unterschiedliche Batterien eingebaut werden. Laut Optimal Energy dürfte bereits ein Akkupack für die meisten Kunden ausreichen. Der Firma zufolge legen städtische Nutzer im Schnitt weniger als 150 Kilometer am Tag zurück.

Wie bei Hybridfahrzeugen üblich, wird der Elektromotor beim Verzögern zum Generator und speist die Akkus (Rekuperation). Zur Serienausstattung des Joule gehören ferner vier innenbelüftete Scheibenbremsen mit ABS. Und auch hier lässt der Namensgeber grüßen, dessen Arbeiten die Formulierung des "Energieerhaltungssatzes" mit zu verdanken ist, dem zufolge in einem abgeschlossenen System Energie weder vernichtet noch erzeugt werden kann. Beispielhaft steht die Rekuperation für die Umwandlung von Bewegungsenergie in später leicht nutzbaren Strom, während die mechanischen Bremsen die kinetische Energie keineswegs vernichten sondern in Wärme verwandeln.