Infiniti: Nissans Edelmarke auf dem Weg nach Westeuropa

1989 begann der Infiniti-Verkauf in den USA, seither expandieren die Japaner. Im Herbst starten sie den Verkauf in Frankreich und Italien – wir geben einen Ausblick auf den für 2009 geplanten Start in Deutschland

vorlesen Druckansicht
630 x 420 22883_1225104137450.jpg
Lesezeit: 5 Min.
Von
  • rhi
Inhaltsverzeichnis

Mane-en-Provence (Frankreich), 27. Oktober 2008 – Nissan hätte sich sicher bessere Startbedingungen für seinen Nobel-Ableger in Westeuropa gewünscht, ist doch im Zuge der weltweiten Finanzkrise nahezu jeder Autohersteller von Absatzrückgängen und Überkapazitäten gebeutelt. Dabei ist die Erinnerung der Infiniti-Manager an bessere Zeiten noch frisch: Die junge Firmengeschichte begann vor kaum 20 Jahren in den USA und liest sich bislang wie eine Erfolgsstory.

Infiniti ist ein Tochterunternehmen von Nissan. Der Konzern betont daher auch nachdrücklich die Eigenständigkeit der Marke – nichtsdstotrotz werden manche Modelle in Japan als Nissan und in den USA als Infiniti verkauft. Abgeleitet ist der Markenname vom englischen Begriff infinity für Unendlichkeit. Er soll der Ausdruck eines zu neuen, unendlichen Horizonten strebenden Markenbewusstseins sein. Der Verkauf der Infiniti-Fahrzeuge begann offiziell am 8. November 1989 mit der Eröffnung von 51 Autohäusern in den USA. Im Jahr 2004 hatte Infiniti in den USA die Marke von einer Million verkaufter Fahrzeuge erreicht. Mit der Markteinführung in Taiwan 2000 begann die die globale Expansion, es folgten der Mittlere Osten (2004), Südkorea (2005), Russland (2006) sowie die Ukraine und China im Jahr 2007.

Infiniti: Nissans Edelmarke auf dem Weg nach Westeuropa (12 Bilder)

Aus zunächst vier Modellen besteht das Infiniti-Angebot für Europa.

Nun kommt Westeuropa an die Reihe: In Italien und Frankreich ist der Marktstart bereits im Herbst 2008 geplant, in Deutschland erst im zweiten Halbjahr 2009. Warum diese Verzögerung? Neben der Finanzkrise, die Infiniti genausowenig vorhersehen konnte wie andere Marktteilnehmer, wollen die Japaner die Zwischenzeit nutzen, um die Erfahrungen aus Frankreich und Italien auszuwerten. Zum anderen befindet sich das deutsche Händlernetz, welches schließlich aus 13 Infiniti-Centern bestehen soll, noch im Aufbau. Die Center werden sich in Ballungsräumen respektive Großstädten befinden, ein Hol- und Bringservice im Umkreis von 250 Kilometer soll dennoch ganz Deutschland abdecken helfen.

Die Verkaufsräume werden bewusst in einem etwas unterkühlten Nobelambiente eingerichtet. Möbel aus dunklem Holz und Sofas sorgen für eine Art Lounge-Atmosphäre. Highlight soll der überdimensionale Modellkonfigurator sein. Mittels eines Touchscreens kann der Verkäufer den Kunden ihr künftiges Auto dreidimensional erstellen, echte Lederbahnen helfen dem Interessenten bei der Wahl der Polsterung. Bereits bekannt sind vier verschiedene Modelle, welche alle speziell für Europa überarbeitet werden. Die G37 Limousine und das G37 Coupé liegen größenmäßig zwischen der Mercedes C- und E-Klasse. Beide G37-Varianten besitzen einen Sechszylinder-Benziner mit 320 PS. Neben der eigens für Europa entwickelten Siebenstufen-Automatik steht auch ein Sechsgang-Schaltgetriebe zur Verfügung. Bei den S-Versionen gehört zudem eine Vierradlenkung zum Serienumfang. Auf einer ersten kurzen Ausfahrt konnte die Kombination aus Schalter und Allradlenkung voll überzeugen. Die ungefähren Preise bewegen sich zwischen 40.000 Euro für die Limousine und 42.000 Euro für den Zweitürer.