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Mit künstlichen Motorgeräuschen zur Merkelmillion

Nissan sorgt nun bestimmt dafür, dass sich Elektroautos besser verbreiten als bisher.

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Mit künstlichen Motorgeräuschen zur Merkelmillion

(Bild: Nissan)

Lesezeit: 2 Min.

Reichweitenangst, zu geringe Modellauswahl, ein hoher Anschaffungspreis sollen oft genannte Argumente gegen den Kauf eines Elektroautos sein. Ein wichtiger Aspekt wird in Umfragen unter potenziellen Autokäufern unter den Teppich geschoben: mangelnde Einschläfrigkeit. (Einen Beleg dafür finden Sie weiter unten.)

Es ist nämlich so, dass die frühabendliche Rushhour gar nicht von Pendlern verursacht wird oder von Leuten, die zum Joggen fahren, wie allgemein an- und hingenommen wird, sondern von Elternteilen, die ihren Nachwuchs einschläfern wollen und deshalb mit ihrem Töfftöff um den Pudding gurken. Mit dem Verbrenner kein Problem, denn der vibriert, brummt und stinkt die Kinderlein kinderleicht ins Schlummerland. Aber was ist mit dem in dieser Hinsicht unbedarften Elektroauto?

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Das Internet ist voll von heißen IT-News und abgestandenem Pr0n. Dazwischen finden sich auch immer wieder Perlen, die zu schade sind für /dev/null.

Viele Eltern denken, die Fortbewegung sei das eigentlich Einschläfernde, aber das sei weit gefehlt, meint Nissan. Ihr Abteilungsleiter für "Noise and Vibration Development" Paul Speed-Andrews – doch, so heißt er und so wird seine Abteilung genannt, sagt Nissan – meint nämlich, ein Verbrenner emitiere akustisch eine Kombination aus weißem, rosa und braunem Rauschen. Tja, und das fehlt im Elektroauto.

Für elektrowillige Neueltern hat sich Nissan deshalb mit Hilfe des Soundgestalters Tom Middleton ein Schlafalbum für Kleinkinder ausgedacht. Es soll die beruhigenden Tonfrequenzen eines brummenden Verbrennungsmotors nachahmen und dabei – Obacht! – kein CO2 ausstoßen.

Doch da auf dem Album nicht nur Verbrenner nachgeahmt werden, sondern zudem allerhand anderer Klingklang einschläfern soll, besteht die Gefahr, dass nicht nur die Kinder wegdämmern, sondern auch die Fahrenden. Hier preist Nissan seinen Fahrassistenten Propilot an, der "das Traumfahren in der Nacht angenehmer und sicherer" mache. "Die Funktion ist den Eltern behilflich, ein gleichmäßiges Tempo zu bewahren, einen sicheren Abstand zu anderen Autos zu halten und in der Spur zu bleiben", schreibt Nissan. Damit wäre also eine weitere Hürde auf dem Weg zur Merkelmillion aus dem Weg geräumt.

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(anw)