Volkswagen bildet die nächsten 100 Software-Entwickler aus
Der zweite Jahrgang der eigenen Akademie zur Ausbildung von Software-Entwicklern macht sich bei Volkswagen bereit.
Der erste Jahrgang der "Fakultät 73". Nun folgt der zweite.
(Bild: Volkswagen)
Volkswagen hat angesichts der Trends zu E-Mobilität, Vernetzung und autonomem Fahren einen enormen Bedarf an Software-Fachleuten. Um die Abhängigkeit von äußeren Faktoren zu verringern, deutlich mehr Software und Elektronik-Anwendungen als bisher selbst herzustellen, statt diese von außen zuzukaufen, bildet der Konzern seit vorigem Jahr selbst aus. Für den Aufbau und die ersten Ausbildungsgruppen der konzerneigenen Software-Fakultät hat der Volkswagen-Vorstand inzwischen mehr als 50 Millionen Euro freigegeben. 60 Prozent davon fließen in die Gehälter der Teilnehmer.
Anfang März geht der zweite Jahrgang in die Ausbildung, weitere 100 Teilnehmer beginnen dann mit dem Programm. Die erste Gruppe an der "Fakultät 73" hatte die Schulungen vor einem Jahr aufgenommen, im September dieses Jahres kommt eine dritte hinzu.
Microsoft anbei
Volkswagen kooperiert unter anderem mit Microsoft, auch an der Software-Fakultät; der US-Konzern will dort ein digitales Trainingsprogramm anbieten. Mitarbeiter von Microsoft und VW sowie Studenten und Vertreter von Start-ups sollen außerdem bei einem "Thinkathon" Konzepte entwickeln, wie mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz der Ausstoß von Kohlendioxid reduziert werden kann.
Die Ausbildung an der "Fakultät 73" dauert zwei Jahre. Nach Angaben von VW bewarben sich 1500 Interessierte auf die 100 Plätze je Gruppe. Das Programm richtet sich nicht nur an formal qualifizierte Informatiker oder sonstige Experten. Auch Beschäftigte aus anderen Bereichen, die "Potenzial und Motivation" mitbringen, hätten Chancen. Bis 2025 will der VW-Konzern über eigene Fachleute, Firmenübernahmen und Neueinstellungen mehr als 10.000 IT-Experten beschäftigen.
Was es mit der "73" auf sich hat, erklärt Volkswagen so: "Die 73 ist die 21. Primzahl. Ihre Spiegelzahl 37 ist die 12. Primzahl. Deren Spiegelzahl – die 21 – ist das Produkt der Multiplikation von 7 und 3. Quadriert man beide, erhält man wiederum Spiegelzahlen, denn 21 × 21 = 441 und 12 × 12 = 144." Die 73 sei also eine "tolle Zahl", so wie das eigene Ausbildungsprogramm, meint Volkswagen. (anw)