Probefahrt: Jaguar X-Type Estate 2.2D

Am X-Type scheiden sich die Geister: Ist der Kombi mit 2,2-Liter-Diesel auf seiner Ford-Plattform Verrat am Jaguar-Mythos oder Vernunftauto mit britischem Flair? Wir haben die Katze mit neu erhältlicher Automatik ausprobiert

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  • gh
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Salach, 30. Juni 2008 – Am X-Type scheiden sich die Geister: Übt die "Estate" getaufte Kombiversion mit 2,2-Liter-Diesel auf seiner Ford-Plattform Verrat am Jaguar-Mythos oder handelt es sich um ein Vernunftauto mit einem kräftigen Schuss britischem Flair? Wir haben der Diesel-Katze mit dem erstmals erhältlichen Automatikgetriebe auf den Zahn gefühlt.

Ganz klar: Der X-Type ist in seinem ausgeprägten Retro-Design nichts für Fahrer, die auf modernen Style stehen. Für solche Kunden wurde der XF auf die Räder gestellt, der jüngst den S-Type abgelöst hat. Der X-Type macht von vorn und von der Seite sehr einen auf große Limousine XJ, wobei das Heck unseres Kombis natürlich eigenständig ist – schließlich stellt der X-Type Estate den einzigen Kombi im Jaguar-Programm. Einem hochwertigen Auftritt zuliebe saugt der Wagen jetzt seine Atemluft durch einen schicken Drahtgeflecht-Grill mit in Wagenfarbe lackiertem Plastik-Rahmen. Der Rahmen wackelt beim Zuschlagen der Motorhaube ein wenig und ist rein optisch Geschmacksache. Der untere Lufteinlass wird von einer Chromleiste horizontal geteilt. Das lässt das Fahrzeug ein bisschen breiter wirken. Neu ist auch eine Chromspange, die sich quer über die gesamte Hecktür zieht. Keine Frage, der X-Type wartet unter den aktuellen Serienautos mit einem der klassischsten Designs auf. Nur die ab sofort in die Außenspiegel integrierten Blinker sind eine Konzession an den Zeitgeist.

Probefahrt: Jaguar X-Type Estate 2.2D (16 Bilder)

Jaguars einziger Kombi im Programm: Der X-Type Estate

Traditionell eine der Jaguar-Stärken: die salonmäßigen Innenräume. Und da haben sich die Briten auch beim "Baby-Jag" nicht lumpen lassen: Klavierlack, Furnier aus Walnuss- oder Rosenholz und Leder empfangen die Gäste. Alles riecht gut und wirkt um Klassen besser verarbeitet als noch vor Jahren. Dass es ohne die japanisch-deutschen Tugenden wie Qualität und Präzision nicht mehr geht, hat man im Rest der Autowelt so nach und nach verstanden – und den Briten fiel das Lernen dahingehend lange sehr schwer. Behaglich, wohnlich, und im besten Sinne zum Außendesign passend klassisch sind wir im X-Type unterwegs. Mercedes C-Klasse, Saab 9-3 und Volvo S60 – keiner kommt an den inneren Charme des X-Type heran.