Freude am Bremsen: Toyota Prius III in der Praxis

Die dritte Generation des Prius wurde nicht nur sparsamer, sondern auch stärker. Besonders in seinem natürlichen Umfeld, der Stadt, verlieren Stop-and-Go und Ampelstopps ihren Schrecken – wenn er nur nicht so teuer wäre

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Stockholm (Schweden), 26. Juni 2009 – Toyota ist eine ungewohnte Situation geraten. Nicht nur, dass die Wirtschaftskrise auch dem weltgrößten Autobauer zu schaffen macht – jetzt kommt auch Honda und fährt mit dem neuen Hybrid Insight rotzfrech große Verkaufserfolge ein. Der Grund dafür ist wohl einfach: Über 5000 Euro Preis­unter­schied lassen auch Hybridkäufer nicht kalt. Da hilft es dann auch nur begrenzt, dass der leistungsverzweigte Hybrid des Toyota technisch anspruchsvoller ist als der Parallelhybrid des Hondas und der Verbrauch auch noch ein bisschen niedriger. Am 27. Juni startet die nächste Prius-Generation, statt bisher 3500 will Toyota nun jährlich 7000 Exemplare verkaufen. Wir haben in der Praxis erprobt, wie gut die Chancen dafür sind.

Die Länge des Prius ist mit 4,46 Meter kaum verändert. Trotz der stolzen Abmessungen stuft das Kraftfahrtbundesamt das Auto in die Kompaktklasse ein. Äußerlich ist der Hybrid-Toyota trotz einiger Modifikationen der Alte geblieben. Eine echte Schönheit ist der Prius nach wie vor nicht. Dafür kann die keilförmige Karosserie mit einem cW-Wert von nur 0,25 eine sehr gute Aerodynamik vorweisen. Obwohl das Dach nach hinten abfällt, sitzen mittelgroße Erwachsene im Fond noch angenehm. Und auch der Kofferraum bietet mit 445 bis 1545 Liter gute Werte. Positiv fällt auch die völlig ebene Ladefläche nach dem Umklappen der Sitze und die Abwesenheit einer beim Herausziehen von Kisten und Kästen störenden Schwelle auf.

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Der neue Prius: Am 27. Juni 2009 startet die dritte Generation des Hybridmodells von Toyota.

Vorne passen auch größere Fahrer in das Auto, aber sie gucken schon auf den oberen Teil der Frontscheibe. Die Innenraumgestaltung gibt sich technikorientiert, wie es Japaner mögen. So gibt es ein Head-up-Display, das die Geschwindigkeit in die Frontscheibe einspiegelt – sogar serien­mäßig. Die Instrumente sind in der Mitte des Armaturenbretts unterge­bracht. Nach einem Druck auf die Knöpfe am Multifunktionslenkrad erscheinen in einer Ebene davor die Bedien­optionen. Der kleine Automatik-Wahlhebel leuchtet bläulich in der Mittelkonsole. Das für das Armaturenbrett verwendete, geriffelte Hartplastik – bekannt vom iQ und Urban Cruiser – zeugt eher von Sparwillen als von einer Liebe zur Haptik. Die Sitze lassen Seitenhalt vermissen.