Ist das noch ein Mercedes?

Schon auf den ersten Blick: Der Mercedes C 63 AMG versprüht kompakte Sportlichkeit. Irgendwie verspricht er uns, dass er was kann. Er trägt nicht prollig dick auf, er steht einfach nur da und wartet mit Gelassenheit auf seinen Auftritt

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  • gh
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Mainz, 24. September 2007 – Schon auf den ersten Blick: Der Mercedes C 63 AMG versprüht kompakte Sportlichkeit. Irgendwie verspricht er uns, dass er was kann. Er trägt nicht prollig dick auf, er steht einfach nur da und wartet mit der Gelassenheit desjenigen, der Bescheid weiß. Nur die Zahl 63 an seinen Flanken und am Heck stimmt nicht ganz: 6208 Kubikzentimeter Hubraum würden eher zu einer 62 passen. Aber Moment: Über sechs Liter Hubraum in einer Mercedes C-Klasse? Kann das gut gehen? Wir haben es getestet.

AMG, die sportliche Fahrzeug-Veredelungstochter von Daimler Benz, wird in diesem Jahr 40 Jahre alt. Zu diesem Jubiläum haben sich die Spezialisten aus Affalterbach selbst ein Geschenk gemacht: Den Mercedes C 63 AMG. Das Topmodell der C-Klasse zeigt schon von außen seine Sonderstellung: Der Wagen ist zirka 15 Zentimeter länger als die normale C-Klasse und hat als Limousine hinten aus optischen Gründen einen längeren Überhang. Zwei Powerdoms genannte langgestreckte Wölbungen auf der Motorhaube kräftigen das Profil. Der Kühlergrill drückt sich mit Zentralstern und zwei Lamellen in den Wind. Ausgestellte Kotflügel sorgen für Breitenwirkung und die seitlichen Luftauslässe des Frontschwellers entlassen die aufgeheizte Luft der Ölkühler. Eine dezente Abrisskante und ein schwarzer, in die Heckschürze integrierter Diffusor mit drei Finnen kümmern sich hinten um die Verminderung des Auftriebs. Die durchgehend zweiflutige Abgasanlage guckt mit zwei verchromten Doppelendrohren rechts und links aus dem Heck.

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Zwei Lamellen für den AMG: Der Mercedes C 63 AMG mit sportlichem Gesicht

Auch der Innenraum des C 63 AMG hat sich komplett dem Diktat des Sports untergeordnet. Schon die Sitze sind ein ausgesprochen auffälliges Sportgestühl. Die Kopfstützen sind in die Rücklehnen integriert, eine Höhenverstellung ist nicht mehr möglich. Trotzdem sitzt in den Türen noch der Knopf zur Kopfstützenverstellung. Dieser ist allerdings ein permanent halbgedrückter Blindknopf mit rein optischer Funktion – und Knöpfe, die sich nicht sinnvoll drücken lassen, sind immer ein bisschen deprimierend. Die Rücklehnen an sich bieten extrem festen Seitenhalt, der sich genauso wie die Lordosenstütze per Knopfdruck am Sitz verstellen lässt. Dabei ist die Seitenhalt-Zange auch in der maximal geöffneten Stellung für Leute mit breitem Kreuz recht eng. Wer zu dick ist, muss es seinem Fahrzeug gleich tun und ein wenig Sport treiben. Der Wagen ist was für Insassen mit guter Figur. Wer ins Gestühl passt, wird mit außergewöhnlichem Komfort verwöhnt – sportliches Feeling und echte Langstreckentauglichkeit bilden hier keinen Widerspruch.