Üppige Diät: Der neue BMW 730d
Der kleinste neue 7er beeindruckt auf ganz unterschiedliche Weise: mit einem Feuerwerk an elektronischen Helferlein, wenn man sie denn will – und einem Verbrauch, der mit 7,2 Litern aller Ehren wert ist
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Dresden, 22. September 2009 – 7,2 Liter soll er im EU-Mix verbrauchen und genau diesen Wert zeigt auch unser Bordcomputer an. Wir lenken den 7er viel über Landstraßen, durch kleine Orte und ein wenig Autobahn. Zur Einordnung: Der BMW 730d hat 245 PS und wiegt leer 1940 kg. Zugegeben, er verbrennt auch mehr, wenn es sein muss, doch quälen muss man sich nicht, um sparsam zu fahren. Weit weniger genügsam gibt sich der neue 7er bei der elektronischen Ausstattung, wo er ein wahres Feuerwerk abbrennt, bis hin zum heiß ersehnten „Side View“, mit dem sich um die Hausecke spähen lässt.
Entspannter bei Stop&Go
Fangen wir ganz vorne an: Unten links in der Frontschürze sitzt das Abstands-Radar, mit dessen Hilfe sich die eigene Geschwindigkeit der des Vordermanns anpassen lässt – bis zum Stop&Go-Betrieb. 1880 Euro werden dafür aufgerufen und das System kommt nur in den Wagen, wenn das Navigationssystem „Professional“ für 2900 Euro schon da ist. Einmal aktiviert, bremst der Abstands-Tempomat den Wagen zuverlässig bis zum Stillstand ab. Dauert der Stopp aber länger als drei Sekunden, muss der Fahrer durch eine kurzen Tritt aufs Gas das Losfahren einleiten.
Üppige Diät: Der neue BMW 730d (28 Bilder)

Extrem selbstbewusst: Der neue BMW 730d protzt mit großem Grill
Schilder-Gucker
Deutlich darüber, nämlich rechts im großen Grill sitzt das Auge für die Tempolimit-Erkennung. Diese deutlich zwischen zwei senkrechten Grill-Streben zu erkennende Kamera reibt sich das Auge sogar mit einer eigenen Reinigungs-Düse. Das System erkennt die momentan zulässige Höchstgeschwindigkeit sowohl anhand von fest installierten Verkehrsschildern als auch an leuchtenden Wechselanzeigen über der Autobahn. Der unangenehme Gedankenblitz „Wie schnell darf ich hier eigentlich fahren?“ gehört damit der Vergangenheit an. Die Verkehrszeichenerkennung ist an die Installation eines Navigationssystems sowie die Spurverlassenwarnung (520 Euro) gekoppelt.
Scharfer Seitenblick
Vorne in den Kotflügeln, ganz dicht am Rad, sitzt jeweils noch ein Kamera-Auge: das so genannte Side View. Nach einem Knopfdruck in der Mittelkonsole dürfen die beiden Kameras ihr Bild in den Navi-Bildschirm projizieren. Fahren wir aus einer engen Gasse heraus, können wir so sehen, was rechts und links von unserer 7er-Schnauze passiert, lange bevor wir mit ausgestrecktem Hals etwas erkennen würden – wir können quasi um die Ecke gucken. Das Bild ist scharf und es macht einfach Spaß, das System auch mal ohne vernünftigen Grund zu aktivieren. Das Side View für 420 Euro ist allerdings nicht alleine zu haben: Dazu kommt zwangsweise die Rückfahrkamera für 420 Euro, welche wiederum nur zusammen mit der Einparkhilfe für 810 Euro zu haben ist.