Straßen-Künstler: Der neue Lancia Delta
Nach vier Jahren Pause legt der Lancia Delta einen Auftritt hin, der ihm zumindest optisch eine Sonderrolle garantiert. Wir wollten wissen, ob das auch für seine fahrerischen Qualitäten gilt
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Königstein/Taunus, 29. September 2008 – Als der Lancia Delta 1979 erstmals auf der IAA gezeigt wurde, wirkte er ein wenig wie ein jüngerer Bruder der ersten Generation von VW Golf und Scirocco. Ein Wunder war das nicht, denn alle drei entstammten der Feder von Giorgio Giugiaro. Seine späteren Rallye-Erfolge hinterließen die Erinnerung an einen kantigen Sportler, ein Bild, dem der aktuelle Delta völlig entrückt ist. Die mittlerweile dritte Generation gibt sich technologiefreundlich und modebewusst, ihre Konkurrenz lässt sich bei diesem höchst individuellen Auftritt nicht so recht benennen. Nach vier Jahren Modell-Abstinenz setzt sich Lancia jedenfalls ehrgeizige Ziele. 2009 will die Fiat-Tochter weltweit insgesamt 70.000 Einheiten absetzen. In Deutschland allein sollen 4000 Modelle an den Mann oder die Frau gebracht werden.
Vielseitige Erscheinung
Optisch ist der 4,52 Meter lange, 1,80 Meter breite und 1,50 Meter hohe Delta sehr gefällig und besticht durch eine abwechslungsreiche Formgebung. Wenn man den Wagen umrundet, zeigen sich drei völlig konträre Gesichter. Von vorne wirkt der Delta putzig und süß. Der zu einem Schmollmund geformte Kühlergrill und die schlitzäugigen Scheinwerfer erwecken im Nu den Beschützerinstinkt. Seitlich hingegen sorgen die bis in die Flanken reichenden Frontleuchten für einen angriffslustigen Look. Die ansteigende Gürtellinie und die steil abfallende Dachpartie betonen zusätzlich den dynamischen Charakter. Das Hinterteil überrascht durch eine futuristische Optik. Vor allem die schmalen, vertikal stehenden LED-Heckleuchten stechen aus dem automobilen Einheitsbrei deutlich heraus.
Straßen-Künstler: Der neue Lancia Delta (17 Bilder)

Lancia schickt den neuen Delta ins Rennen.
Fond gleicht einer Spielwiese
Auch der Innenraum schmeichelt den Augen des Betrachters. Luxuriöse Sitze laden zum Platz nehmen ein und auf der in Längsrichtung verschiebbaren Rückbank lässt es sich lässig lümmeln. Die Frontsessel sind allerdings zu weich gepolstert und geben kaum Seitenhalt. Für größere Menschen ist außerdem die Oberschenkelauflage zu kurz geraten. Dafür gibt es genügend Freiheit für Kopf und Beine. Die Hinterbänkler können sich hingegen nicht beklagen, dort fühlt man sich wie dem heimischen Sofa. Und um bei einer längeren Reise auch einmal genüsslich wegnicken zu können, lassen sich die Rücklehnen bis zu 25 Grad in der Neigung verstellen. Aber auch hier hat Lancia nicht an große Menschen gedacht, denn wegen der abfallenden Dachlinie wird es um den Kopf herum richtig knapp.