Spitzen-Druck: Der neue Mercedes C 250 CDI in der Praxis

C 250 CDI heißt der stärkste Diesel einer neuen Motorenfamilie, der Mercedes neue Dimensionen bei Leistung, Verbrauch und Emissionen bescheinigt. Das Verhältnis von Leistung zu Verbrauch ist tatsächlich rekordverdächtig

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  • rhi
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Stuttgart, 21. Oktober 2008 – Der Dieselmotor hat eine bewegte Karriere hinter sich: Schon 1897 brachte Rudolf Diesel den ersten Selbstzünder zum Laufen, seinen Weg in Pkw fand das Motorenprinzip in größerem Umfang aber erst in den 1980er-Jahren. Mercedes kann sich immerhin zugute halten, früher als andere Hersteller Diesel-Pkw in großem Umfang hoffähig gemacht zu haben. Modelle wie der W123 als 200 D haben heute Kultstatus, auch wenn heute 60 PS reichlich dünne wirken – da ist der neue 250 CDI mit 204 PS schon ein anderes Kaliber, und das bei nur geringfügig mehr Hubraum. Mehr als dreimal so viel Leistung bietet der neue Daimler-Diesel im Vergleich zu seinem Ahnen und bringt damit die Diesel-Evolution ziemlich überzeugend auf den Punkt.

Tatsächlich lag die Geburtsstunde des Diesels moderner Prägung auf der IAA 1989, als der Audi 100 TDI vorgestellt wurde, Mercedes möge es verzeihen. Die Audi-Ingenieure aus Neckarsulm waren zwar nicht die ersten, die den Dieselmotor mit Direkteinspritzung in Serie brachten – einige Jahre schafften es schon Fiat und Austin – doch erst ihnen gelang der Durchbruch mit dieser Kombination aus Turboaufladung und Direkteinspritzung. Vor allem letztere galt lange als akustisch kaum beherrschbar, per Vor- oder Wirbelkammer zähmte man bis dahin den rappligen Diesel und handelte sich dafür einen wenig verbrauchsgünstigen Brennraum ein. Doch seit Audis Durchbruch haben sich Direkteinspritzung und Turboaufladung bei Pkw-Dieselmotoren zum Standard entwickelt und wurden freilich immer mehr verfeinert. So folgten der zunächst üblichen Verteilereinspritzpumpe die Pumpe-Düse-Einspritzung und das Common-Rail-Prinzip, von denen sich Letzteres am Ende durchsetzte. Während Volkswagen als Pumpe-Düse-Verfechter zunächst mit hohen Einspritzdrücken argumentieren konnte, holte Common-Rail langsam aber sicher auf und hat die magische 2000-bar-Grenze mittlerweile ebenfalls geknackt. Dafür konnte sie von Anfang an mit fast beliebig steuerbaren Einspritzvorgängen punkten; vor dem Hintergrund immer schärferer Abgasnormen war beides zusammen mit ausschlaggebend für den Erfolg von Common Rail.

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Mercedes stellt einen neuen 2,2-Liter-Diesel mit Doppelaufladung vor.

Mercedes treibt nun mit dem neuen 250 CDI die Grenzen des Diesels abermals weiter nach oben. Er ist die Top-Version einer neuen Motorengeneration, die auch noch die Varianten 220 CDI und 200 CDI umfasst. Die Topversion dieser Brüder im Hubraum leistet 204 PS, was einer Literleistung von 95 PS entspricht. Nicht weniger beeindruckend liest sich das Drehmoment von 500 Newtonmeter, damit liegt der stärkste Vierzylinder schon nahe am sechszylindrigen 320 CDI mit 510 Newtonmeter und 224 PS. Beim Durchschnittsverbrauch liegt der kräftige Neuling jedoch mit 5,2 Liter deutlich niedriger, das können selbst manche Kompaktwagen kaum besser und schon gar nicht der selige 200 D, zu dessen Zeiten es den NEFZ noch gar nicht gab, der aber in der Praxis kaum mit weniger als 8 Liter Diesel zu bewegen war.