Dezent sportlich: Seat Ibiza mit 85 PS im Test
Der neue Ibiza ist das erste Auto, das die Qualitäten der neuen Kleinwagen-Plattform des VW-Konzerns zeigen darf. Wir haben getestet, ob Seats neuer Hoffnungsträger den Spagat zwischen sportlichem Anspruch und Nutzwert schafft
- sl
Ibiza (Spanien), 9. Mai 2008 – Derzeit läuft es für die spanische VW-Tochter zwar recht gut, doch ausgerechnet das Volumenmodell Ibiza hat schon einige Jahre auf dem Buckel, während Konkurrenten wie Opel, Peugeot oder Renault ihre Kleinwagen bereits modernisiert haben. Fehler kann sich Seat bei seinem wichtigsten Modell also kaum leisten. Dabei könnte helfen, dass die Spanier als Erste die überarbeitete Konzernplattform nutzen dürfen, auf der ab 2009 auch der neue Polo stehen wird. Das alleine wird allerdings nicht reichen – Seat muss beim Ibiza auch der nicht ganz einfache Spagat zwischen südländischem Temperament und Nutzwert gelingen.
Deutlich dynamischer
Als Seat die Studie Bocanegra auf dem Genfer Autosalon im März 2008 zeigte, war uns sofort klar: Das wird der neue Ibiza. Wir waren verblüfft, wie sportlich das Auto aussah. Natürlich gingen nicht alle Elemente in die Serie ein, die nun auf den Markt kommt. Aber deutlich dynamischer als den Vorgänger hat Seat-Chefdesigner Luc Donckerwolke den Ibiza dennoch gemacht. Auch der Innenraum ist zumindest in der von uns gefahrenen, gehobenen Variante Stylance ansehnlich: Ein in den Tönen Grau und Schwarz gehaltenes Armaturenbrett wird mit silberfarbenen Akzenten aufgehellt. Gut, das Silber ist natürlich kein Edelmetall und auch kein Chrom, sondern dünnes Plastik, aber das dürfte in dieser Klasse kaum stören.
Dezent sportlich: Seat Ibiza mit 85 PS im Test (24 Bilder)

Schicke Kniffe im Metall: Der neue Seat Ibiza sieht auf jeden Fall gut aus.
Unpraktisch positionierter USB-Slot
Ärgerlich ist jedoch die Anbringung des optionalen USB-Slots: Er befindet sich in einem vom Fahrer nicht einsehbaren Bereich der Mittelkonsole. Während der Fahrt kann man seinen mit MP3-Musik beladenen USB-Stick da kaum hineinfrickeln. Lobenswert ist allerdings, dass es den Anschluss überhaupt gibt. Praktisch ist auch die für 49 Euro angebotene Halterung für ein Mobilnavi: Sie wird rechts vom Fahrer auf dem Armaturenbrett montiert. Der Navigationshelfer lässt sich leicht einsetzen und wieder herausnehmen; das übliche Kabelchaos entfällt.
Zuerst als Fünftürer, später als Dreitürer
Der Ibiza wird zum Marktstart am 14. Juni 2008 nur als Fünftürer angeboten; der Dreitürer namens Ibiza SC (Sport Coupé) folgt im Herbst 2008. Ob und wann ein Viertürer mit Stufenheck kommen wird, der bisher den Namen Cordoba trug, steht noch nicht fest. Auch ein Kombi, den es bisher nicht vom Ibiza gab, ist nicht ausgeschlossen. Der von uns gefahrene Fünftürer misst wie viele neue Kleinwagen knapp über vier Meter. Die um rund zehn Zentimeter gewachsene Länge bringt unter anderem Fortschritte beim Kofferraum. Dieser fasst in fünfsitziger Konfiguration 292 Liter – ein Spitzenwert bei Kleinwagen. Dagegen ist das Volumen bei Zweipersonen-Bestuhlung und dachhoher Beladung mit 847 Liter höchstens mittelprächtig. Ein Opel Corsa bietet hier mit 1100 Liter deutlich mehr.