Britischer Leichtathlet: der Caterham CSR200 im Test

Beim ersten Kieselstein auf der Straße spannt sich der Körper. Wir erwarten, dass uns die kleinste Erhebung bis zu den Halswirbeln durchschüttelt. Aber nichts dergleichen passiert – der Caterham CSR200 ist so renntauglich wie komfortabel

vorlesen Druckansicht 15 Kommentare lesen
630 x 420 19573_1186756713884.jpg
Lesezeit: 8 Min.
Von
  • gh
Inhaltsverzeichnis

Caterham (England), 27. Dezember 2007 – Beim ersten sichtbaren Kieselstein auf der Straße spannt sich der Körper – wir erwarten, dass uns die kleinste Erhebung bis zu den Halswirbeln durchschüttelt. Aber nichts dergleichen passiert beim ersten Beschleunigungstest. In weniger als vier Sekunden steht die Tachonadel bei Hundert und wir begreifen langsam: Wir sind in einer ganz neuen Dimension eines Fahrzeugs unterwegs, das sich am legendären Lotus 7 orientiert. Der Caterham CSR200 ist eine verrückte Mischung aus Komfort und renntauglicher Straßenlage, genau richtig für das Flagschiff eines Fahrzeugherstellers.

Als Caterham 1973 die Rechte an Colin Chapmans Lotus 7 übernahm, war der Weg der kleinen britischen Sportwagenschmiede vorgezeichnet: Ab jetzt wird Geld mit würdigen Nachfolgern eines Wagens verdient, der wie kein anderer Fahrerlebnisse in Reinform in Geist und Körper transportierte. Der Lotus 7 sollte einfach nicht sterben und Caterham ist seit den frühen 70ern der renommierteste, ernsthafteste und teuerste Erbe dieser Legende. So ist man dem originalen Seven-Design eng verpflichtet, mag sich aber technischen Neuerungen nicht komplett verschließen. Der klassische Lotus-Stil ist natürlich noch da: flacher kurzer Körper mit langer schmaler Haube, offen liegende Vorderräder, aufgesteckte Rundscheinwerfer, zwei Sitze und ein Notverdeck.

Britischer Leichtathlet: der Caterham CSR200 im Test (25 Bilder)

Auf den ersten Blick ein klassisches Seven-Style-Car: Der Caterham CSR200

Aber der Caterham CSR200 musste sich auch ein paar Änderungen gefallen lassen, die den einen oder anderen hartgesottenen Seven-Fan in einen Zwiespalt stürzen werden. Als Erstes sind da die verdeckten Stoßdämpfer zu nennen. Der Laie beachtet es gar nicht, der Fan braucht es: die sichtbare Feder-Dämpfer-Kombination unmittelbar an der Radaufhängung. Caterham hat diese beim CSR200 ins Innere des Vorderwagens verlegt, nur das Gestänge der Radaufhängung ist noch zu sehen. Neben leichten aerodynamischen Vorteilen soll dies vor allen Dingen einen besseren Federungskomfort zur Folge haben – und dies bei einer Fahrzeuggattung, die von fehlendem Komfort lebt. Lange Aufenthalte im Windkanal ziehen noch zwei kleine Modifikationen nach sich: Zum einen sind die Kotflügel der Vorderräder abgeplattet, zum anderen sind die Kunstleder-Türen nach außen ein wenig ausgebeult, was einen nicht zu unterschätzenden Vorteil mit sich bringt.