Japanischer Freund: Der Toyota Avensis in dritter Generation

Trotz etwas mehr Dynamik in den Gesichtszügen kommt der Toyota Avensis III im Januar wie ein guter und zuverlässiger Freund zu uns. Wir haben Fahreindrücke in der Kombiversion mit 150-PS-Diesel gesammelt

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Mailand (Italien), 4. Dezember 2008 – Auch Toyota stößt derzeit heftig an die Grenzen des Wachstums, doch sein Image konnte der weltweit führende Autohersteller bisher bewahren. Es ist diese eigenartige Mischung aus Solidität und gepflegter gestalterischer Zurückhaltung, von der man nicht so recht weiß, ob sie dem Erfolg nicht möglicherweise sogar genützt hat. Ob es so gut wäre, wenn Toyota den Wünschen nach einem allzu schnittigen Design nachgeben würden, ist schwer zu beantworten, zumindest was die gehobene Mittelklasse betrifft. Bei der dritten Generation des Avensis haben sie sich auf jeden Fall erst einmal zurückgehalten – trotz etwas mehr Ecken und Kanten macht der Avensis einen gesetzten Eindruck, was seiner Kundschaft wohl nicht unrecht ist. Uns hat vor allem interessiert, wie der Avensis sich fährt, und zwar in der Version mit dem 150-PS-Diesel.

Das neue Toyota-Flaggschiff tritt ab 24. Januar 2009 an und wird dann nur noch als viertürige Stufenhecklimousine und als Kombi zu haben sein. Die Schrägheckversion fällt mangels Kundennachfrage weg. Für unseren Test wählten wir den Kombi, der wohl wie beim Vorgänger wieder über 70 Prozent der Verkäufe ausmachen wird. Schon beim ersten Blick auf den Mittelklassetransporteur fällt der deutliche Unterschied zum Vorgänger auf. Die weit nach hinten gezogenen Scheinwerfer stemmen etwas Dynamisches in die Optik, und dieser Eindruck bleibt, wenn man um das Auto herumgeht: Die seitliche Fensterfront sieht ebenso nach Sportkombi aus wie das Heck mit dem Dachspoiler. Optisch positioniert sich der Avensis Combi also als sportliches Auto – wie etwa auch der Ford Mondeo Turnier.

Japanischer Freund: Der Toyota Avensis in dritter Generation (23 Bilder)

Der Toyota Avensis startet am 24. Januar 2009 - als Kombi und als ViertĂĽrer.

Nicht ganz so sportlich geht es unter der Avensis-Haube zu. Sechszylinder oder starke Turbobenziner wie bei der deutschen Premiumkonkurrenz, aber auch beim VW Passat und Ford Mondeo, sucht man hier vergebens. Für den Antrieb sind hier ausschließlich Vierzylinder verantwortlich, und bei 177 PS ist Schluss. Drei Benziner und drei Diesel stehen zur Auswahl. Dabei haben die Ottomotoren neben eine variable Ventilsteuerung, bei der sowohl der Zeitpunkt als auch der Hub verstellt werden kann. Bei den Dieseln gibt es die neueste Common-Rail-Einspritzgeneration mit Piezoventilen und 2000 bar Druck – das haben bisher nur ganz wenige Autos. Der hohe Druck begünstigt einen besonders schnellen Einspritzungvorgang und feine Zerstäubung, was der Leistungsentfaltung und geringeren Emissionen zugutekommt.