Daimler lässt sich Elektrifizierung 70 Milliarden Euro kosten

Der Daimler-Aufsichtsrat stimmt den Plänen der Geschäftsleitung für die kommenden Jahre zu. Der Konzern setzt voll auf Digitalisierung und Elektrifizierung.

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Ein Erlkönig fährt aus einer düsteren fossilen Gegenwart in eine sonnige Zukunft. Dieses Daimler-Pressefoto lässt sich aber bestimmt auch anders deuten.

(Bild: Daimler)

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Mit 70 Milliarden Euro Investitionen will Daimler den Anspruch des Konzerns unterfüttern, zum weltweit führenden Elektroauto-Hersteller zu werden. Diese Geldsumme und den dazugehörigen Investitionsplan für die Jahre 2021 bis 2025 hat der Aufsichtsrat des Konzerns nun freigegeben.

Die 70 Milliarden sollen in Forschung und Entwicklung in Sachen Digitalisierung und Elektrifizierung fließen. Davon soll der größte Teil auf die Pkw von Mercedes-Benz entfallen, teilte Daimler mit. Allerdings sollen die Forschungs- und Entwicklungsausgaben sowie die Sachinvestitionen von Mercedes-Benz Pkw in diesem Zeitraum verringert und im Jahr 2025 um mehr als 20 Prozent geringer ausfallen als 2019.

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Die möglichen Auswirkungen des Wandels hin zu einem Hersteller elektrischer Luxusautos für die Belegschaft soll ein Fonds in Höhe von einer Milliarde Euro abfedern, auf den sich die Daimler-Geschäftsleitung und der Gesamtbetriebsrat verständigt haben. Diese Mittel sollen zusätzlich zu den geplanten Investitionen zur Verfügung stehen. Der Fonds soll im Wesentlichen dafür verwendet werden, um die Weiterentwicklung von Zukunftstechnik zu fördern und die Beschäftigung durch "Transformationsbrüche" – wie es Gesamtbetriebsratsvorsitzender Michael Brecht ausdrückt – zu sichern.

Daimler-Chef Ola Källenius meint dazu, "damit werden wir unserer gemeinsamen Verantwortung gerecht: den Wandel unseres Unternehmens aktiv zu gestalten. Die Verbesserung unserer Profitabilität und gezielte Investitionen in die Zukunft von Daimler gehen Hand in Hand".

Daimler hat damit die finanziellen Weichen für die im Oktober vorgestellte Strategie der kommenden Jahre gestellt. Im Rahmen seiner Strategie "Electric First" hatte der Konzern vier neue Elektrofahrzeuge angekündigt, die auf der kommenden Electric Vehicle Architecture (EVA) basieren sollen. Die Luxuslimousine EQS soll das erste Modell auf dieser neuen eigenständigen Plattform sein und mit einer Reichweite von mehr als 700 km (WLTP) 2021 auf den Markt kommen. Auf den WQS sollen der EQE, der EQS-SUV und der EQE-SUV folgen. Auch sollen AMG, Maybach und G elektrifiziert werden.

Auf Basis der zweiten neukonzipierten elektrischen Fahrzeugplattform, der Mercedes-Benz Modular Architecture (MMA) fĂĽr Fahrzeuge im Kompakt- und Mittelklasse-Segment, sollen ab 2025 weitere Modelle Daimlers Elektrofahrzeug-Angebot komplettieren. Zur Vorstellung der Strategie wurde deutlich, dass Daimler sein volles Luxuspotenzial entfalten will.

Mercedes-Benz EQV Concept (14 Bilder)

(Bild: Daimler)

(anw)