Japan-Bolide: Der neue Sportwagen Lexus IS-F
Der Lexus IS entspricht so gar nicht dem Bild, das die japanische Nobelmarke sonst abgibt: konsequent sportlich versucht er wieder einmal, zum BMW 3er aufzuschließen. Hat die Sportlimousine in Deutschland eine Chance?
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Pegnitz, 13. Juni 2008 – Der Lexus IS entspricht so gar nicht dem Bild, das die japanische Nobelmarke sonst abgibt: konsequent sportlich versucht er wieder einmal, zum BMW 3er aufzuschließen. 423 PS sorgen für Vortrieb, Ingenieure des Motorradherstellers Yamaha halfen bei der Modifizierung. Hat die Sportlimousine in Deutschland eine Chance?
Schnittig geschnitten
Der Lexus IS-F kann seine Basis, die IS-Limousine, nicht verleugnen. Allerdings schaut er deutlich aggressiver aus dem Blech und protzt mit einem Powerdome, der sich über die gesamte Haube zieht. An den Seiten fallen die dunklen 19-Zoll-Leichtmetallfelgen im BBS-Design auf. Ihre jeweils zehn Speichen sind wie Propellerblätter geformt, die kühle Luft zu den Bremsen hin und warme Luft wieder wegführen. Aus dem Heck gucken die beiden Doppelendrohre in ungewöhnlicher Anordnung: Die ovalen Enden sind schräg übereinander versetzt. Immerhin scheint diese Gestaltung Schule zu machen: Beim neuen Ferrari California wird das Abgas auf ähnliche Weise entsorgt.
Japan-Bolide: Der neue Sportwagen Lexus IS-F (24 Bilder)

Lexus macht jetzt mit dem IS-F im Sportwagensegment mit.
Wo ist der Knopf?
Wir nehmen auf dem serienmäßig verbauten Ledergestühl Platz und finden es ziemlich hart. Nach ein paar Minuten Fahrt müssen wir aber einsehen, dass die Sitze bequem sind und sich auch auf längeren Strecken gut machen. Die Seitenwangen halten die Körper auch bei trefflicher Kurvenfahrt gut in Position, allerdings suchen wir nach einem Knopf zum individuellen Anpassen der Wangen wie im BMW M3 vergeblich. Bei einem Wagen aus dem technikverliebten Japan hätten wir das schon erwartet, und wir werden im Laufe des Tests noch weitere Knöpfe vermissen.
Dünn
Ein Griff ins Lenkrad des IS-F ist auf den ersten Zentimetern ein Griff ins Leere – so dünn ist das belederte Volant. Das passt vielleicht zu englischen Oberklasse-Fahrzeugen à la Bentley und Rolls-Royce, aber nicht zu einem ausgemachten Sportwagen. Hebel und Knöpfe sitzen in der richtigen Position und alles wirkt tadellos verarbeitet. Die Oberflächen sind kratzfest und machen einen unspektakulären Eindruck – ganz im Gegensatz zu den Instrumenten: Das tiefe Blau der Zeiger von Drehzahl- und Geschwindigkeitsmesser ist einmalig. Hinten macht das Gestühl ebenfalls Spaß, aber nur für kleine Leute. Die Kniefreiheit ist mit dem M3 Coupé vergleichbar, Kopffreiheit bietet das bayerische Coupé überraschender Weise mehr. Außerdem leisten sich die Japaner ein komisches Stil-Element: Beim Blick in den Rückspiegel fällt die über der Hutablage thronende dritte Bremsleuchte mit ihrem massivem Stützsystem ins Auge.