Japan-Bolide: Der neue Sportwagen Lexus IS-F
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Bretthart
Und wie wird der schnelle Japaner mit dem deutschen Untergrund fertig? Abgestimmt wurde der Wagen auf dem Fuji Speedway zu Füßen des heiligen japanischen Berges Fuji – daher auch das „F“ in der Modellbezeichnung. Uns kommt die Abstimmung ausgesprochen hart vor, ab 200 km/h knallen Querrillen gut zu den Insassen durch. In Kurven wird demzufolge aber auch kaum gewankt, sodass sich schnell ein ausgesprochen sicheres Fahrgefühl einstellt, wir sind ruckzuck eins mit dem Auto. Die beim M3 optional erhältliche elektronische Dämpferregelung gibt es im IS-F nicht, obwohl ein System, das sich radselektiv um die Bodenhaftung kümmert, sicher mit besserem Komfort einhergehen würde. Das Gleiche gilt für die Lenkung: Für den Hausgebrauch ist sie direkt und rennstreckentauglich. Und genauso wie im M3 könnte sie in sehr schnellen lang gezogenen Kurven noch etwas direkter sein. Beim BMW stellen wir im M-Menü einfach die Servotronic auf „Sport“. Ein „F-Menü“ mit Servotronic-Einstellung gibt es im Lexus nicht.
Schnell zum Stand
Die Bremsanlage mit rundum innen belüfteten Bremsscheiben hat Lexus in Zusammenarbeit mit Brembo entwickelt – und so wirkt die Verzögerungsapparatur auch: Sauber definiert geben sie das sichere Gefühl, jederzeit Herr über die Geschwindigkeit zu sein. Und wer Driftspaß haben will, deaktiviert das Stabilitätssystem. Kurz einlenken, schön auf dem Gas bleiben und schon ist der Doughnut in den Asphalt gerieben. Zum kontrollierten sicheren Driften ist der IS-F eine Empfehlung, auch Drift-Anfänger werden mit dem gutmütigen Wagen auf Anhieb zurechtkommen.
Aus dem LS 600h
In Bewegung gehalten wird der Lexus IS-F von einem Fünfliter-V8 mit 423 PS. Der Motor kommt auch im Firmenvorstands-Hybrid LS 600h zum Einsatz, hat dort allerdings „nur“ 394 PS. Die Sport-Spezialisten von Yamaha haben sich das Aggregat vorgenommen und den Motor zu 29 Mehr-PS verpflichtet. Dafür sinkt aber das maximale Drehmoment von 520 Newtonmeter im LS 600h auf 505 im IS-F. Immerhin sind das drei PS und 105 Newtonmeter mehr, als der BMW M3 mit seinem Vierlieter-V8 bereitstellt. Macht sich das irgendwie bemerkbar? Soundmäßig schon mal ja: In Beschleunigungsphasen röhrt der Lexus was das Zug hält, da lässt es das Hochdrehzahl-Triebwerk aus Bayern etwas ruhiger angehen. Hier macht sich die doppelte Ansauganlage des Lexus bezahlt. Aber wirklich nur während der Beschleunigung – ansonsten ist das Aggregat Lexus-typisch kaum zu hören.