Dienstag: Russlands Trennung vom Internet, Facebook & Instagram "extremistisch"

Meta-Dienste in Russland verboten + Russlands Abschied vom Internet + Wärmerekorde an Nord- und Südpol + Breitband mit Defiziten + Streitfall Akku-Leistung

vorlesen Druckansicht 3 Kommentare lesen
Blick auf den Kreml, dazu Text: DIENSTAG Facebook, Instagram, Russlands Internet, Wärmerekorde, Breitbandmessung & Batteriekapazität

(Bild: aapsky/Shutterstock.com/heise online)

Lesezeit: 4 Min.
Von
  • Andreas Knobloch

Russlands Trennung von wichtigen Onlinediensten des Westens nach Beginn der Ukraine-Invasion war abrupt und weitgehend. Nun wurden Facebook und Instagram von den russischen Behörden vollständig blockiert und zu "extremistischen Organisationen" erklärt. Dies weckt Befürchtungen über eine Art Balkanisierung des Netzes. Eine Reihe nationaler oder regionaler Internet-Subgruppierungen könnten entstehen, die nicht mehr miteinander sprechen und vielleicht sogar mit inkompatiblen Verfahren arbeiten. Die Ära der global vernetzten Welt wäre dann vorbei – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Videos by heise

Servicehinweis: Am Dienstag fallen wieder zahlreiche Flüge aus. An mehreren Flughäfen streikt das Personal der Sicherheitskontrollen.

Viele Tech-Unternehmen haben sich nach dem russischen Überfall auf die Ukraine freiwillig ganz oder teilweise vom russischen Markt zurückgezogen, darunter Apple, Microsoft und Netflix. Die Europäische Union versucht ihrerseits, bestimmte russische Medien aus dem Internet zu verbannen. Die Meta-Dienste Facebook und Instagram sind nun in Russland als "extremistische Organisationen" verboten worden. Mehrere Angebote sind bereits blockiert. WhatsApp soll nutzbar bleiben. "Extremistisch": Meta-Dienste Facebook und Instagram in Russland verboten.

All das sind nur Dienste, die das Internet nutzen. Bislang geht es nicht um die zugrundeliegende Technik und das Regelwerk, die internationale Vernetzung erst ermöglicht. Doch eine noch tiefere Spaltung ist absehbar – ausgelöst durch Maßnahmen auf beiden Seiten. Die russische Regierung bereitet sich offenbar darauf vor, das "Runet" vom Rest der Welt abzutrennen. Experten warnen vor unabsehbaren Folgen. Russlands Trennung vom Internet: Warum sie irreversibel sein könnte.

Bereits irreversibel scheinen die Schäden beim Erdklima. Ob es sich bei derzeitigen Wetterkapriolen an den Polen um Folgen des Klimawandels oder eher ein "zufälliges Wetterereignis" handelt, ist unklar. Sowohl in der Arktis als auch in der Antarktis ist es im Moment an einigen Orten um Dutzende Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Gleich mehrere Experten meinen: So etwas hätten sie noch nie gesehen. Parallele Wärmerekorde an Nord- und Südpol.

Von Rekorden weit entfernt ist das Internet in Deutschland – zumindest, wenn es um Geschwindig geht. Festnetz-Internet ist in vielen Fällen deutlich schlechter als vertraglich vereinbart. Seit Dezember kann man in Deutschland seine Internetgeschwindigkeit vermessen und die Kosten gegebenenfalls mindern lassen. Das wird fleißig wahrgenommen. Zu langsames Internet: Breitbandmessungen belegen Defizite im heimischen Netz.

Wie beim Breitbandinternet besteht erhöhter Diskussionsbedarf auch hinsichtlich exakter und rechtsverbindlicher Feststellung der Akkukapazität von Elektrofahrzeugen. Nicht nur deren Reichweite ist von der Akkukapazität abhängig, auch der Wiederverkaufswert. Sowohl für Halter als auch für Verkäufer und Gebrauchtwagenkäufer ist deshalb die Frage wichtig, Welchen Energiegehalt hat ein Akkue in einem E-Auto nach ein paar Jahren? Diese Frage ist derzeit nicht rechtssicher zu beantworten. Akkus in Elektroautos: Feststellung der Restkapazität wird zum Streitfall.

Auch noch wichtig:

  • Nach itch.io hat auch Humble Bundle ein Games-Paket veröffentlicht, dessen Einnahmen in die Ukraine gespendet werden. Neun Millionen Euro sind schon hereingekommen. Humble Bundle fĂĽr die Ukraine: Spendables Videospiel-Paket mit Hochkarätern.
  • SpaceX hat unerwartet die Zusammenarbeit mit Spaceflight Industries aufgekĂĽndigt. Diese Firma vermittelt fĂĽr Satelliten Mitfahrgelegenheiten ins All. In Zukunft will SpaceX solche Restplätze auf seinen Raketen selbst vermarkten.

(akn)