Chip-Foundry UMC mit gutem Quartalsergebnis
Ein positives Signal aus der Halbeiterbranche: Die taiwanische UMC, nach TSMC (noch) zweitgrößter Chip-Auftragsfertiger der Welt, glänzt mit gutem Profit.
Ein positives Signal aus der Halbeiterbranche: Die taiwanische UMC, nach TSMC (noch) zweitgrößter Chip-Auftragsfertiger der Welt, glänzt mit gutem Profit. Kam das positive Ergebnis des vorangegangenen 1. Quartals 2002 noch durch Sondereinnahmen zustande, die Verluste des operativen Geschäfts ausglichen, so spülte der von April bis Juni um 52,5 Prozent auf 18,58 Milliarden Neuen Taiwan Dollar (TWD, rund 554 Millionen US-Dollar) hochgeschnellte Umsatz 4,45 Milliarden TWD oder 133 Millionen US-Dollar Nettoeinnahmen in die Kasse.
Damit verlief die Geschäftsentwicklung besser als erwartet. UMC-Chef John Hsuan hebt vor allem die gestiegende Nachfrage nach Chips für Privatkunden- und Kommunikationsprodukte heraus. Doch auch UMC senkt, ebenso wie TSMC, die Ausgaben für Investitionen im laufenden Jahr, nämlich von 1,6 auf 1,3 Milliarden US-Dollar; das liegt mit 18,75 Prozent fast gleichauf mit dem Kürzungsvolumen bei TSMC. Laut UMC folge die Investitionsplanung damit genauer den jüngsten Auftragsprognosen der Kunden. Im Vergleich zum Vorjahr schrumpfte die Herstellungskapazität bei UMC um neun Prozent auf 2,627 Millionen Wafer jährlich, umgerechnet auf 200-mm-Wafer. Die Auslastung der Anlagen lag im letzten Quartal bei 72 Prozent, davor waren es 50 Prozent und darunter.
Mittlerweile haben 6 Prozent der von UMC gefertigten Produkte Strukturgrößen von 0,15 µm und darunter, 17 Prozent machen die 0,18-µm-Chips aus, 28 Prozent die zwischen 0,18 und 0,25 µm und immerhin noch 49 Prozent aller Bausteine haben Strukturen von mehr als 0,25 µm.
Nach einem Bericht der Taiwan Commercial Times (Teil der taiwanischen China Times) erwartet UMC einen in etwa gleichbleibenden Geschäftsverlauf, sodass die Auslastung der Fabs bei etwa 70 Prozent bleibe. Angesichts der flauen Aussichten bei TSMC könnte UMC dadurch diesen Konkurrenten vom Umsatz her im kommenden Quartal übertrumpfen. Laut dem Bericht sprechen Insider davon, dass die Grafikchipfirma Nvidia einen Großauftrag an TSMC deutlich reduziert habe. Spekulationen zufolge erhalte nun UMC den restlichen Auftrag, weil Nvidia unzufrieden mit der 0,13-µm-Fertigung bei TSMC sei. Berichte über Klagen der beiden TSMC-Kunden Nvidia und Transmeta gab es schon im letzten Herbst. Auch an der späten Einführung des 1-GHz-C3-Prozessors von VIA sollen angeblich Fertigungsprobleme von TSMC mit Schuld gewesen sein. (ciw)