Gemeinsame Linux-Server von SuSE und Turbolinux

Die beiden Linux-Distributoren wollen zusammen Server-Software für IBM-Maschinen der zSeries (S/390), iSeries (AS/400) und pSeries (RS/6000) entwickeln und vermarkten.

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Von
  • Jürgen Kuri

Die Linux-Distributoren SuSE und Turbolinux wollen gemeinsam ihre Linux-Server für eine Reihe von IBMs Server-Maschinen weiterentwickeln und vermarkten. Der mittlerweile in Japan beheimatete Distributor Turbolinux will zusätzlich die Module für Mehrsprachigkeit und andere wichtige Elemente für den asiatischen Markt in den Enterprise Server von SuSE einbringen. Beide Firmen wollen dann jeweils eigene Versionen der Server-Software in ihren angestammten Märkten verkaufen: SuSE in Europa und den USA, Turbolinux im pazifischen Raum und Asien. Die Kooperation umfasst darüber hinaus Zusammenarbeit bei der weiteren Entwicklung der Server-Software sowie gemeinsame Martketing-Anstrengungen.

Zielplattformen der Kooperation zwischen SuSE und Turbolinux sind die Systeme in IBMs zSeries, die unter anderem mit dem eServer zSeries 900 die 7. Generation der S/390-Mainframes umfasst. Für diese Systeme steht mit z/OS auch ein spezielles Betriebssystem als Nachfolger von OS/390 zur Verfügung; IBM selbst bietet für die Großrechner und andere eSeries-Server Linux-Unterstützung an, für die man mit SuSE kooperiert . Die Zusammenarbeit von SuSE und Turbolinux soll sich neben den zSeries auch auf die Maschinen der iSeries (Nachfolger des Midrange-Systems AS/400) erstrecken und auf die pSeries (bislang unter der Flagge der Unix-Server RS/6000 geführt).

Die japanische Firma Turbolinux ging aus dem Verkauf der Linux-Sparte der US-Firma an das japanische Software-Unternehmen Software Research Associates hervor, mit dem auch die Übernahme des Markennamens verbunden war. SuSE und Turbolinux sind bereits beim UnitedLinux-Projekt verbandelt, dass sie zusammen mit SCO (früher Caldera) und Conectiva betreiben. UnitedLinux zielt aber vor allem auf Server mit Intel-Architektur. Die Zusammenarbeit bei Linux-Servern für die IBM-Maschinen deutet nun eine weitere Vereinheitlichung bei den Server-Versionen des Open-Source-Betriebssystems an: Die Distributoren scheinen sich für einen verschärften Konkurrenzkampf mit kommerziellen Unix-Derivaten wie Solaris, HP-UX und AIX zu wappnen -- und für Bemühungen von Microsoft, im lukrativen Highend-Server-Markt stärker Fuß zu fassen. (jk)