BMW 535i Gran Turismo in der Praxis

In der oberen Mittelklasse domi­nieren eigentlich Stufenheck­limousinen. Mit dem 5er Gran Turismo stellt BMW nun ein Auto mit Schrägheck in dieser Klasse vor. Wir haben die Version 535i gefahren

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Lissabon (Portugal), 7. September 2009 – Und wieder einmal eine neue Nische: Im 5er Gran Turismo will BMW den Luxus einer Limousine mit der Variabilität eines Kombis und der erhabenen Sitzposition eines Geländewagens kombinieren. Nüchtern betrachtet haben wir mit dem GT einfach eine groß gewachsene Schräghecklimousine vor uns, vor einigen Jahren hätte sich ein Hersteller von „Premium“-Fahrzeugen sich damit zuverlässig ins Abseits manövriert. Doch selbst in der Zeit nach Chris Bangle hat BMW offenbar verinnerlicht, dass es Erfolg zuträglich sein kann, den Mainstream zu meiden. Kunden mit Hang zum Individuellen wird´s gefallen. Jenseits dieser Geschmacks­fragen hat uns schlicht interessiert, wie sich BMWs großer Tourist fährt.

Schon auf den ersten Blick beeindrucken die Abmessungen des 5er GT: Mit einer Länge von 5,00 Meter ist er fast so lang wie ein 7er und mit rund zwei Tonnen auch ähnlich schwer. Die Höhe von 1,56 Meter liegt zwar näher beim normalen 5er als beim X6. Dennoch wirkt die neue Karosserievariante hoch, vor allem von hinten: Die Abschluss­kante am wuchtigen Heck liegt überraschend weit oben. Ästhetisch ist das nicht die optimale Lösung. Ein tiefer herabgezogenes Heck würde dem BMW mehr Coupé-Eleganz geben. Doch hier mussten sich die Designer den Aerodynamikern fügen: Die hohe Kante sorgt für mehr Abtrieb.

BMW 535i Gran Turismo in der Praxis (37 Bilder)

Der BMW 5er Gran Turismo mit neuartigem Karosseriekonzept ist ab Oktober 2009 zu haben.

Durch die hohe und lange Karosserie entsteht innen viel Raum. Der 5er GT hat exakt den gleichen Radstand wie der 7er. Die 3,07 Meter Abstand zwischen den Achsen kommen vor allem dem Fond zugute. Die Beinfreiheit hinten ist deshalb groß. In der Langversion des 7er ist sie zwar noch üppiger, doch auch im 5er GT ist hinten viel Platz für lange Beine. Das gilt vor allem, wenn die um zehn Zentimeter längs verschiebbaren Rücksitze in die hintere Position geschoben werden. Auch die Kopffreiheit ist gut – bei mittelgroßen Insassen bleiben rund fünf Zentimeter zwischen Scheitel und Decke. Die Sitzposition ist leicht erhöht, aber nicht so hoch wie bei einem SUV. Serienmäßig besitzt der 5er GT eine im Verhältnis 40 zu 20 zu 40 eingeteilte Dreiersitzbank. Gegen Aufpreis gibt es zwei elektrisch verstellbare Komfortsitze im Fond.