Kabelnetzbetreiber ish kommt unter den Hammer
Mit der Versteigerung ist die Trennung von der Callahan-Group perfekt.
Der Kabelnetzbetreiber ish wird am Freitagmorgen in Köln versteigert, bestätigte Firmensprecherin Eva Krüger gegenüber heise online. Betrieben wird die Versteigerung dem Amtsblatt zufolge von einem Konsortium aus 38 Banken unter der Führung der Citigroup London und der Deutschen Bank. Im September hatte dieses Bankenkonsortium auf Forderungen von 200 Millionen Euro verzichtet und ish mit einer Finanzspritze in Höhe von 115 Millionen Euro aufgepeppelt. Nun gilt als sicher, dass diese Banken von ihrem Pfandrecht Gebrauch machen und die Firma ersteigern werden. Eva Krüger betonte, dass die Versteigerung keineswegs das Aus von ish bedeute. "Im Gegenteil: So wird die Lage für unser Unternehmen stabilisiert", sagte sie.
Mit der Versteigerung trennt sich ish nun auch rechtlich zur Gänze vom ehemaligen US-Mutterkonzern Callahan Group. Die überschuldete direkte ish-Mutterfirma Callahan NRW befindet sich mittlerweile im Insolvenzverfahren. Bereits Ende vergangenen Jahres war der Management-Vertrag zwischen Callahan und ish ausgelaufen; daraufhin wurde das Management ausgewechselt.
Beobachter halten es unterdessen zwar für unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen, dass es bei der morgigen Auktion vielleicht doch noch zu einer Überraschung kommt. Seit Herbst vergangenen Jahres gab es immer wieder Spekulationen über einen möglichen Einstieg des US-Konzerns Liberty Media, der angeblich nach wie vor in den deutschen Markt einsteigen möchte. Und vielleicht schickt Liberty-Big-Boss John Malone ja einen Firmenvertreter mit einem großen Koffer voll Geld nach Köln. (tol)