Geht Suns Hardware-Sparte doch noch an HP?

Wenige Tage, nachdem Wettbewerbsprüfer des US-amerikanischen Justizministeriums die Übernahme von Sun durch Oracle genehmigt haben, wird darüber spekuliert, dass Oracle die Sun-Hardware-Sparte an HP weiterverkaufen könnte.

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Wenige Tage, nachdem Wettbewerbsprüfer des US-amerikanischen Justizministeriums die Übernahme von Sun durch Oracle genehmigt haben, spekuliert der CNN-Money/Fortune-Autor Jon Fortt darüber, dass Oracle die Sun-Hardware-Sparte an HP weiterverkaufen könnte.

Nach der Bekanntgabe der Übernahmepläne im vergangenen April hatte Sun im Mai ein detailliertes Protokoll der Verhandlungen mit mehreren Kaufinteressenten im Rahmen eines Berichts an die US-Börsenaufsicht SEC veröffentlicht (PDF-Datei). Darin werden die neben Oracle wesentlichsten Verhandlungspartner IBM und HP als "Party A" und "Party B" bezeichnet. Außerdem stellt der Bericht klar, dass Oracle ursprünglich nur ein Gebot für die Software-Sparte von Sun abgegeben hat; erst später wollte Oracle die gesamte Firma Sun kaufen und gab ein höheres Gebot ab als IBM.

Nach der Bekanntgabe der Übernahmepläne betonte Oracle-CEO Larry Ellison allerdings die Vorzüge der Sun-Hardware-Sparte in einer gemeinsamen Firma: Oracle könne dann optimal aufeinander abgestimmte Pakete aus Soft- und Hardware verkaufen, ähnlich "wie Apple und Cisco", und damit auch höhere Margen erzielen (PDF-Datei). Auch in einer Sun-FAQ (PDF-Datei) beteuert Oracle, das Hardware-Geschäft von Sun fortführen zu wollen. Ellison betonte indes auch, keine Hardware selbst fertigen zu wollen – das tue Sun ja bis auf wenige Ausnahmen auch nicht, sondern habe die eigentliche Produktion an Firmen wie Flextronics oder Fujitsu ausgelagert.

Fortune-Autor Fortt nennt nun einige Argumente, weshalb es für Oracle vorteilhaft sein könnte, die Hardware-Sparte an HP zu verkaufen. So habe Oracle bisher keine Erfahrung im Hardware-Geschäft – und gerade bei der Hardware schwächelt ja auch Sun. Als einen Grund für die Fusion mit Oracle hat das Sun-Management die im Vergleich zu Konkurrenten geringe Diversifikation des Firmengeschäfts und die schmale Kundenbasis benannt.

HP hatte Anfang 2009 erhebliches Interesse an einem Kauf von Sun. Über die Gründe, letztlich doch kein Übernahmegebot abzugeben, ist nichts bekannt. HP hat aber, wie Fortt anmerkt, 2008 den großen IT-Dienstleister EDS übernommen. Dieser ist ein wichtiger Partner von Sun und kauft dort viel Hardware – die Übernahme von EDS durch HP erwähnt der Sun-Geschäftsbericht 2008 ausdrücklich als Risikofaktor. Mit dem Hardware-Business von Sun könnte HP die eigenen Marge möglicherweise verbessern.

Die Zukunft der UltraSPARC- und SPARC64-Systeme von Sun wäre allerdings beim Itanium-Partner HP eher noch ungewisser als bei Oracle. Hier kommt Fujitsu ins Spiel: Der japanische Konzern fertigt (bisher) die SPARC64-Prozessoren und auch die Sun-Server der Enterprise-M-Serie. Gleichzeitig hat Fujitsu angekündigt, den Marktanteil bei den x86-Systemen bis 2012 auf über 10 Prozent steigern zu wollen.

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(ciw)