Debatte um "totale Überwachung"
Das Überwachungsprogramm Total Information Awareness hat in der US-amerikanischen Öffentlichkeit auch Befürworter.
Total Information Awareness (TIA), das Datenspürprogramm des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums, ist notwendig, um terroristische Aktion zu verhindern. Diese Meinung äußerte unter anderem die Anwältin Heather McDonald vom Manhattan Institute auf der derzeitigen Conference on Computers, Freedom & Privacy in New York. Sie hält die Kritik von Bürgerrechtlern und Datenschützern laut Medienberichten für "hysterisch".
McDonald meint, die USA solle jedes legale Mittel anwenden, um solche Ereignisse wie die vom 11. September 2001 zu verhindern. Al Qaida könne die modernsten Techniken anwenden, während die USA mit veralterter Technik auskommen müsse. Sicherheitsexperte Michael Scardaville stellt sich auf ihre Seite. Er unterstreicht, bei TIA handele es sich nicht um das "orwellsche Monster", wie es von Kritikern heraufbeschworen werde.
Doch nicht nur bei Bürgerrechtler ist das ehrgeizige Überwachungsprogramm umstritten. Im Februar haben sich US-Senat und -Abgeordnetenhaus gemeinsam dafür ausgesprochen, TIA nicht gegen die eigenen Bürger einzusetzen. Dies geschah, nachdem unter anderen der US-Senator Chuck Grassley Befürchtungen ausgesprochen hatte, die Privatsphäre der US-Amerikaner könne dem FBI offenbart werden, wenn Daten über Kontobewegungen, Telefongespräche und Internet-Sitzungen gesammelt würden. Außerdem stehen die Aktivitäten des zuständigen Information Awareness Office unter besonderer Kontrolle des US-Kongress.
Auf der Konferenz in New York sprach unter anderem die Anwältin Katie Corrigan den Gegnern von TIA aus dem Herzen. Sie meinen, das Überwachungsprogramm sei nicht akzeptabel, da nicht zu gewährleisten sei, dass die Datensammlung nicht missbraucht werde. Allerdings sei über TIA schwer zu debattieren, da die US-Regierung die Pläne weitgehend geheim halte.
Siehe dazu auch: (anw)
- Forschung für die Überwachung
- Keine Total-Überwachung für US-Bürger
- Mit Datenbanken gegen den Terror
- Schlappe für Internet-Überwacher
- US-Senator kritisiert "totale Überwachung" des Internet
- Pentagon: Internet-Überwachungssystem ist "nur ein Experiment"
- Comdex: Datenbanken gegen den Terror