Infineon-Chef setzt weiter auf die Automobilbranche

Vorstandschef Peter Bauer hat weiterhin die Kostenbremse im Blick. Die Krise der Automobilbranche habe auch sein Unternehmen stark getroffen, aber das Potenzial für Halbleiter in Autos sei höher als in vielen anderen Industrien.

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Infineon-Chef Peter Bauer ist zwar froh darüber, dass sein Unternehmen nun wieder im Deutschen Aktienindex DAX aufgeführt wird, er ist aber nicht zufrieden damit, dass sein Unternehmen im vorigen Quartal rote Zahlen geschrieben hat. "Wir müssen an Ertrag zulegen, um die Erwartungen zu erfüllen, die der Kapitalmarkt nun an uns hat", sagte Bauer im Interview mit der Wirtschaftswoche. Energieeffizienz in der Auto- und der Industrie-Elektronik, Sicherheit und Kommunikation nannte er als Geschäftsbereiche, in denen er Wachstum und Profitabilität erwartet. Durch den Verkauf des drahtgebundenen Geschäfts könne sich Infineon bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung mit dem Mobilfunk auf den Bereich mit den größten Erfolgsaussichten konzentrieren.

Das Ziel, eine Marge von zehn Prozent zu erreichen, würde Infineon nach der ursprünglichen Planung bei einem Jahresumsatz von 4,5 Milliarden Euro erreichen, sagte Bauer. "Das werden wir in diesem Jahr wegen des Umsatzeinbruchs durch die Wirtschaftskrise nicht schaffen." Nun müssten die Erträge deutlich gesteigert und die Kosten dauerhaft niedrig gehalten werden, sodass das Margenziel auch bei einem geringeren Umsatz erreicht werde.

Es gebe ein Programm, durch das Abläufe verbessert und Produktivität gesteigert werden solle, sagte Bauer. Ein weiterer Stellenabbau stehe dabei nicht im Mittelpunkt der Überlegungen. Klar sei aber, "dass wir bei den Kosten nicht lockerlassen dürfen, nur weil sich unsere finanzielle Situation entspannt hat". Im Mai hatte sich Infineon durch Ausgabe von Wandelanleihen frisches Geld besorgt. Im Monat darauf hatte Bauer noch gesagt, ein weiteres Sparprogramm sei nicht nötig. Der bisherige Stellenabbau müsste reichen.

Infineon erwirtschaftet 30 Prozent seines Umsatzes in der Automobilbranche. Daher sei klar, dass die Krise der Branche auch Infineon stark getroffen hat, meint Bauer. Allerdings sei das Potenzial für Halbleiter in Autos ungleich höher ist als in vielen anderen Industrien. "Innovationen beim Auto werden künftig noch mehr von Halbleitern abhängen." (anw)