Neuer VW Polo Dreitürer: Reicht auch weniger?

Nachdem der fünftürige Polo schon seit geraumer Zeit auf dem Markt ist, schiebt VW jetzt den Dreitürer nach. Lohnt sich der Verzicht? Wir haben dem Kleinwagen als 70-PS-Benziner gefahren

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Von
  • rhi
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Düsseldorf, 29. September 2009 – Die Urversion des VW Polo war ein Dreitürer und so klein, dass die hinteren Türen ohnehin kaum unterzubringen waren. Damals waren Dreitürer noch weit verbreitet, fünf Türen in der Regel Luxus. Wer heute einen Dreitürer auf den Markt bringt, wird meist versuchen, ihn als sportlichen Ableger zu positionieren – in einigen Fällen gelingt es sogar, dem Kunden dafür noch mehr Geld abzuknöpfen.

So ist es beim neuen Polo zum Glück nicht. Er ist 735 Euro billiger, soll aber auch etwas sportlicher wirken, Seat verfolgt beim Schwester­modell Ibiza eine ähnliche Strategie. VW versucht mit Begriffen wie „Tornadolinie“ den Dreitürer als besonders dynamisch darzustellen. Laut Hersteller ergibt sich durch die längeren vorderen Türen sowie ein „neu gestaltetes Band der Seitenscheiben und filigran-sportliche C-Säulen eine nahezu coupéhafte Anmutung“. In der Realität ist davon aber nicht viel zu merken. Zwar wirkt das Fahrzeug in der Seitenansicht durchaus harmonischer als der Fünftürer, doch kaufentscheidend ist das sicherlich nicht. VW-Chefdesigner Walter da Silva ist den klaren Polo-Linien treu geblieben und verzichtet auf modische Experimente. Die positiven Folgen merken wir im Innenraum.

Neuer VW Polo Dreitürer: Reicht auch weniger? (18 Bilder)

VW bringt den Polo jetzt auch als Dreitürer auf den Markt.

Nachdem wir uns ohne große Probleme auf die Rückbank gefädelt haben, finden wir dort ein gutes Platzangebot vor. Sofern die bequemen Vordersitze nicht extrem nach hinten geschoben werden, finden hinten sogar 1,85 Meter große Personen genügend Bein- und Kopffreiheit vor. Der Grund hierfür findet sich in den technischen Daten: Ein Kleinwagen wie in der 1970ern ist der neue Polo nämlich nicht mehr. Ob Drei- oder Fünftürer: Eine Länge von 3,97 Meter und ein Radstand von 2,47 Meter sind Abmessungen, die früher erst der Golf zu bieten hatte.