Gateway in der Krise
Trotz diverser neuer Aktivitäten rutscht der US-Computerhersteller Gateway erst einmal noch tiefer in die roten Zahlen.
Aktionen wie Vertrieb über US-Militärbasen, Massenentlassungen und Schließung von Verkaufsläden oder die Entdeckung ganz neuer Produktfelder halfen bislang nichts: Der US-Computerhersteller Gateway rutscht erst einmal noch tiefer in die roten Zahlen. Nachdem die Firma bereits für das Gesamtjahr Verluste angekündigt hatte, lässt nun das zweite Quartal darauf schließen, dass man diese Prognose getreulich einhalten wird: Es fiel ein Minus von 72,6 Millionen US-Dollar an; im gleichen Zeitraum des Vorjahrs waren es noch 61,1 Millionen US-Dollar. Zugleich fiel der Umsatz um 20 Prozent auf rund 800 Millionen US-Dollar; der Absatz brach um 25 Prozent auf 490.000 verkaufte Geräte ein.
Gateway, auch wegen seiner Bilanzierungspraktiken ins Licht der Öffentlichkeit geraten, musste im April seine Umsatzzahlen für 2000 und 2001 nachträglich korrigieren. Bereits im Januar hatte die US-Börsenaufsicht SEC dem Unternehmen wegen Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen mit einer Klage gedroht. Gateway war der erste Computerhersteller, der ausgerechnet im Weihnachtsgeschäft des Jahres 2000 rote Zahlen und weit niedrigere Verkäufe als erwartet melden musste und damit den Anfang einer langen und bis heute nicht so recht beendeten Durststrecke für die PC-Hersteller markierte. (jk)