Von Apple lernen
Ob sich die PKW-Maut in Deutschland durchsetzen lässt? Na klar! Man muss sie nur richtig verkaufen.
Ob sich die PKW-Maut in Deutschland durchsetzen lässt? Na klar! Man muss sie nur richtig verkaufen.
Wenn das der Franz-Josef noch erlebt hätte: Da gibt es endlich mal einen Verkehrsminister von der CSU, dann macht der einen Vorschlag, den alle kritisieren. Und dann knickt der sofort wieder ein, der Ramsauer Peter. So wäre das früher nie gelaufen.
Ob der Strauß - wäre er denn statt Atom- damals Verkehrsminister geworden - jemals eine Autobahnmaut für PKWs ins Gespräch gebracht hätte, wissen wir natürlich nicht. Ist unwahrscheinlich - aber andererseits geht es bei der Sache ja um Geld. Eine Menge Geld.
Natürlich gibt eine Menge Kritiker der PKW-Maut, die gleich laut aufgeschrien haben. Gegen die müsste man sich politisch durchsetzen. Und wer möchte sich schon gerne mit den mächtigen Automobilclubs anlegen? Und mit den Regierungschefs der Bundesländer, die traditionell eine sehr enge Verbindung zur Automobilindustrie pflegen - wie etwa Niedersachsen (Wie war das noch gleich? War das Land Niedersachsen Mehrheitseigentümer von VW oder war das umgekehrt? Ich kann mir das einfach nicht merken).
Dabei könnte doch alles so einfach sein. Wenn Politiker wie Ramsauer nur das Apple-Prinzip verstanden hätten: Du musst dem Kunden suggerieren, dass Du im einen echten Mehrwert bietest - dann kannst Du hemmungslos kassieren. Besonders gut hat das bei Musikdateien funktioniert: Als man sich statt ganzer Platten seine Lieblingsstücke einzeln kaufen konnte, haben die Kunden nicht nur für etwas bezahlt, das sie sich vorher massenweise gratis besorgt haben. Sie haben sogar eine wirklich lästige Kopierschutz-Technologie akzeptiert (die man sich seit gar nicht so langer Zeit wieder aus seinen Musikdateien herausoperieren lassen kann - natürlich auch gegen Geld).
Wie man das auf die Autobahnmaut überträgt? Ist doch ganz simpel: Damit die PKW-Maut wirklich Geld einspielt, darf sie nicht freiwillig sein. Also muss man die Autos, die auf deutschen Autobahnen fahren, erfassen. Die Hardware dafür steht praktischerweise schon zur Verfügung. Wenn man die Fahrzeuge auf den Autobahnen aber sowieso lückenlos elektronisch erfasst, könnte man mit diesen Daten auch gleich ein elektronisches Leitsystem versorgen. Und natürlich auch flächendeckend Stauwarnungen in Echtzeit rausgeben. Das wäre ein Zusatznutzen - für den der Kunde - natürlich - gerne bezahlen würde. Man muss es den Leuten nur richtig erklären.
Ach ja, von Apple lernt man natürlich auch noch, dass das ganze cool aussehen muss. Optimal wäre also ein Stück elegante Hardware zur Kommunikation mit der entsprechenden Verkehrsleitstelle. Damit könnte man noch ein nettes Zusatzgeschäft machen - die Zauberer aus Cupertino lassen solche Dinge üblicherweise in China fertigen. Das wäre gut für den Außenhandel. Zwei Fliegen, mit einer Klappe. Mindestens. (wst)