YellowTab versucht sich mit BeOS-Rechner

Das Mannheimer Unternehmen YellowTab will zukĂĽnftig seinen BeOS-Nachfolger Zeta auch im Paket mit Hardware verkaufen; die Auslieferung des Betriebssystems soll in KĂĽrze beginnen.

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Von
  • Andreas Beier

Das Mannheimer Unternehmen YellowTab will zukünftig seinen BeOS-Nachfolger Zeta auch im Paket mit Hardware verkaufen. Als Komplettlösung mit der Zeta-Deluxe-Distribution können Käufer zwischen zwei Desktop-Modellen und einer Notebook-Variante wählen: Für 539 Euro erhält man einen schicken Midi-Tower mit der AMD-CPU Athlon XP 2000+, einer ATI-Grafikkarte Radeon 9000 mit 64 MB DDR-RAM, 256 MByte Hauptspeicher, 60 GByte Festplatte und Kombilaufwerk (CD-RW/DVD).

Das etwas besser ausgestattete Modell mit Pentium-4-CPU mit 2,66 GHz, ATI Radeon 9000 (128 MB DDR-RAM), 512 MByte Hauptspeicher, 120 GByte Festplatte sowie DVD-Laufwerk und zusätzlichem CD-Brenner kostet 799 Euro. Beide Rechner besitzen außerdem einen Netzwerkanschluss und USB-2.0-Ports.

Die Zeta-Deluxe-Edition bringt neben dem GoBeProductive-Office-Paket auch zahlreiche Audio- und Video-Tools sowie die komplette GNU-Entwicklungsumgebung mit. Sie kostet als Paket auf einer DVD regulär 99 Euro. Die Home Edition kommt dagegen auf 49 Euro, die Developer Edition auf 69 Euro. Alle Software-Versionen können bereits bestellt werden. Die Auslieferung soll aber erst in Kürze starten.

Bei dem Notebook-Angebot handelt es sich um ein Gerät mit Intels Strom sparenden Pentium-M-Prozessor und ATIs Radeon Mobility 9000 mit 64 MByte Grafikspeicher. Das Display hat eine Diagonale von 15 Zoll bei SXGA-Auflösung (1400 × 1050 Pixel). Speicherausbau, Festplatte, optisches Laufwerk, WLAN und Zeta-Distribution lassen sich vielfältig konfigurieren. Die Preise beginnen bei 1492 Euro.

Die hoffnungsvoll mit dem alternativen, auf Multimedia-Anwendungen ausgerichteten Betriebssystem BeOS und anfangs sogar eigener Hardware gestartete Firma Be des ehemaligen Apple-Managers Jean-Louis Gassée war nicht von Glück gesegnet: Gassée versuchte zwar mehrere Jahre, sein Betriebssystem als Alternative zu Windows, Mac OS und Linux zu etablieren, warf aber im August 2001 dann doch das Handtuch. Alle Verwertungsrechte gingen an den PDA-Hersteller Palm. Zuletzt machten die Reste von Be Inc. Anfang September Schlagzeilen: Gegen eine "Gebühr" von 23,3 Millionen Dollar zog die Firma die Anfang des Jahres erhobene Klage gegen Microsoft wegen Wettbewerbsverzerrung zurück.

Der als Multimedia-Betriebssystem positionierte BeOS-Nachfolger Zeta beweist jedenfalls eines: Totgeglaubte leben länger. Ein anderes, auf BeOS aufsetzendes System, die Max Edition, wurde erst letzte Woche in Version 3 vorgestellt. Zeta dagegen wurde als Produkt der Firma YellowTab, die aus der deutschen BeOS-Gemeinde entstand und eine wechselvolle Geschichte hinter sich brachte, bereits zur CeBIT dieses Jahres präsentiert. (adb)