Kupfer reagiert mit Klimagas

Niederländische Forscher haben eine neue Reaktion entwickelt, die aus Kohlendioxid nützliche Rohstoffe macht.

vorlesen Druckansicht 222 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Es ist eine chemische Reaktion, die jedes Kind kennt: Wenn man Kupfer den Elementen aussetzt, verfärbt sich seine Oberfläche mit der Zeit grün – das Metall reagiert mit dem Luftsauerstoff. Wissenschaftler an der Universität Leiden in den Niederlanden haben nun ein kupferbasiertes Material entdeckt, bei dem eine ähnliche Reaktion abläuft – allerdings nicht mit O2, sondern CO2. Zwar ist die erstaunliche Reaktion vermutlich ungeeignet, große Mengen des Klimagases aus der Atmosphäre zu holen. Sie könnte aber ein interessanter neuer Weg sein, nützliche Chemikalien aus kostengünstigen Ausgangsstoffen herzustellen, die ohne Erdöl auskommen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Forscher untersuchen solche und ähnliche Materialien schon seit Längerem. Vorbild sind dabei Pflanzen, die aus dem Kohlendioxid in der Atmosphäre eine große Bandbreite verschiedener Stoffe machen. Erfolge sind allerdings noch dünn gesät: Entweder benötigten entsprechende Reaktionen zu viel Energie oder das Klimagas musste viel konzentrierter vorhanden sein als in der Atmosphäre. Eines der Hauptprobleme dabei: Die meisten Stoffe tendieren dazu, mit dem Luftsauerstoff zu reagieren, der in der Atmosphäre viel reaktionsfreudiger und in deutlich größerer Menge vorkommt als das CO2.

Mit dem von den Niederländern nun entdeckten Material sei "die notwendige Energie sehr gering", meint Daniel DuBois, leitender Forscher am Pacific Northwest National Laboratory im amerikanischen Richland und Experte auf dem Gebiet. "Die Tatsache, dass die Reaktion CO2 direkt aus der Atmosphäre bezieht und bindet, ist ziemlich verblüffend. Ich hätte nicht gedacht, dass das möglich wäre."

Den niederländischen Forschern gelang es, mit ihrem neuen Material Lithiumoxalat herzustellen, aus dem sich leicht Oxalsäure machen lässt, ein Bestandteil von Haushaltsreinigern wie Rostentfernern. Oxalsäure kann außerdem zur Herstellung von Ethylenglykol verwendet werden, einem Frostschutzmittel, das zudem als Vorläuferstoff verschiedener Kunststoffe dient.

Mehr zum Thema in Technology Review online:

(bsc)