Elektro-Minis in Berlin: Zwischenbilanz aus Nutzersicht
Die 40 Probanden, die den elektrischen Mini E von Mitte 2009 an fĂĽr ein halbes Jahr im Raum Berlin testen konnten, ziehen laut einer Untersuchung der TU Chemnitz eine positive Bilanz
- ssu
Chemnitz/Berlin, 16. Februar 2010 – Der typische Fahrer eines elektrisch angetriebenen Mini E ist Ende Vierzig, lebt in einem Zweipersonenhaushalt und rangiert bei Bildung und Verdienst über dem Durchschnitt – und er ist überwiegend zufrieden mit dem zweisitzigen Elektroflitzer, den er und weitere 40 Probanden von Mitte 2009 an für ein halbes Jahr im Raum Berlin testen konnten. Dies ist das Ergebnis einer Auswertung der TU Chemnitz, die das Projekt "Mini E Berlin – powered by Vattenfall" begleitet hat.
Nutzerdaten und -erwartungen
Hierfür werteten die sächsischen Wissenschaftler Befragungen und Messungen aus Datenloggern sowie Einträge aus Lade- und Wegetagebüchern aus, um objektiv messbare Werte wie Nutzungs- und Ladedauer zu sammeln, aber auch subjektive Daten wie die Erwartungen der Nutzer zu gewinnen. Dass sich die Testfahrer auskunftsfreudig zeigten, überrascht wenig: Die E-Minis wurden an handverlesene Bewerber für 650 Euro pro Monat verleast – wer an der wissenschaftlichen Begleitforschung teilnahm, bekam einen Rabatt von 250 Euro auf die Monatsmiete.
Elektro-Minis in Berlin: Zwischenbilanz aus Nutzersicht (3 Bilder)

Seit Juni 2009 sind 50 Mini E in Berlin unterwegs.
150 km Reichweite als ausreichend empfunden
"Die meisten Bewerber wollten durch die Teilnahme an der Studie Erfahrungen mit einer neuen, nachhaltigen und sauberen Technologie sammeln, einen Beitrag zum Umweltschutz leisten und unabhängiger von Erdöl werden", erklärte Prof. Josef Krems, Inhaber der Professur Allgemeine und Arbeitspsychologie der TU Chemnitz. Fast alle Teilnehmer gingen davon aus, dass der Mini E ihre täglichen Mobilitätsbedürfnisse erfüllen könnte; die größte erwartete Einschränkung war die begrenzte Reichweite des Fahrzeuges. Nach drei Monaten und damit der Hälfte der Testphase, zeichnete sich aber ab, dass mehr als 90 Prozent der Testpersonen die Reichweite von durchschnittlich 150 Kilometern ausreichend fanden.