50 Jahre Mondlandung: "A small step for a man" – die ersten Männer auf dem Mond

Seite 2: Edwin Eugene "Buzz" Aldrin Jr.

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Buzz Aldrin

(Bild: NASA)

Edwin Aldrin wurde am 20. Januar 1930 in Glen Ridge, New Jersey, geboren. Sein Vater war zu dieser Zeit Direktor einer Ölfirma, war jedoch im ersten Weltkrieg Armeeflieger und danach stellvertretender Kommandant einer Testpilotenschule gewesen, und legte Wert darauf, dass auch sein einziger Sohn eine militärische Karriere einschlagen würde. Seinen Spitznamen "Buzz", den er 1988 als seinen regulären Namen registrieren ließ, stammte von der jüngeren seiner beiden Schwestern, die ihn als Kleinkind "buzzer" nannte, weil sie "brother" nicht richtig aussprechen konnte.

Aldrin war ehrgeizig, ein hervorragender Schüler und zugleich sportlich, er spielte den Center im Footballteam seiner Schule und betrieb Stabhochsprung. Sein Vater hätte ihn gerne auf der Marineakademie in Annapolis, Maryland, gesehen und brachte ihn mit Unterstützung eines ihm bekannten Senators auf einer dafür vorbereitenden Schule unter. Aldrin Jr., der schnell seekrank wurde, war mäßig begeistert und konnte seinen Vater überzeugen, dass er an Land besser aufgehoben sei. Mit Hilfe des Senators wechselte er zur Militärakademie in West Point, New York, wo er Maschinenbau studierte. 1951 machte er als Jahrgangs-Drittbester seinen Bachelor und konnte sich danach seinen Militärjob aussuchen.

Er ging zur 1947 aus der Armee ausgegründeten US Air Force und erlernte das Fliegen in Bartow, Florida. Wie Collins kam er zur Nellis Air Force Base und wurde dort zum Kampfjetpiloten auf der F-86 Sabre ausgebildet. 1952 wurde er einem Abfangjägergeschwader in Korea zugeteilt, wo er 66 Feindeinsätze flog und zwei Mig-15 abschoss. Nach einem Jahr kehrte er zurück nach Nellis und wurde Luftkampfausbilder. 1954 heiratete er seine erste Frau Joan Archer, mit der er zwei Söhne und eine Tochter haben würde.

Von 1956 bis 1959 war er als Staffelführer in Bitburg in der Eifel stationiert, wo er die mit Atomwaffen bestückbare F-100 Super Sabre flog und den zuvor bereits genannten Ed White kennenlernte. White studierte im Anschluss an seine Zeit in der Eifel Luft- und Raumfahrttechnik und ermunterte Aldrin, es ihm gleich zu tun. Er kam 1959 über eine Luftwaffenakademie zum Massachusetts Institute of Technology, dem legendären MIT, wo er nach dem Master noch ein Promotionsstudium in Astronautik aufnahm. Seine Doktorarbeit schrieb er über Rendezvous-Manöver im All und erhielt 1963 den Doktortitel.

1963 bewarb er sich erfolgreich als Astronaut der dritten Gruppe, bei der auch Collins Erfolg hatte.

Collins beschreibt ihn in seinem Buch als stets adrett gekleidet und als Theoretiker mit großem Wissen und großer Weitsicht. Wenn man nicht verstünde, worüber Buzz gerade sprach, wisse man es am nächsten oder übernächsten Tag. Er war ziemlich extrovertiert und trug gerne öffentlich seine Auszeichnungen. Manchmal wirkte er auch kühl und arrogant, wie er selbst dem Spiegel in einem Interview vor zehn Jahren verriet. Er bedauerte beispielsweise, dass er sich vor seinem Apollo-Flug viel zu oberflächlich von seiner Familie verabschiedet habe.