Digitale Teilhabe dank Hardware-Spenden: Wie Organisationen Bedürftigen helfen
Seite 3: Hardware-Spenden für Schüler und Schulen
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Einige Projekte konzentrieren sich speziell auf die Verteilung von Hardware an Schüler. Dazu gehört etwa der Verein "Hey, Alter! Braunschweig e.V.", der in Braunschweig startete und mittlerweile an zahlreichen Standorten in ganz Deutschland aktiv ist.
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Insbesondere die erste Corona-Welle 2020 habe zu einer erhöhten Nachfrage nach Hardware-Spenden geführt, berichten viele Ehrenamtliche. Denn längst nicht jede Familie in Deutschland konnte sich mal eben einen Rechner für das Homeschooling ihrer Kinder leisten. Theresia Friedl-Schneider, die als Lehrerin an einer Regensburger Realschule arbeitet, kam über die damalige Mangelsituation gar zum Ehrenamt: "Ich habe über die Computerspende Regensburg gleich drei Tage nach Beginn der Lockdowns begonnen, mein Auto mit Computern vollzuladen. Dann fuhr ich durch die Stadt und habe diese meinen Schülern gebracht, welche keine Geräte hatten".
Homeschooling während Corona: Zwei Schüler freuen sich über einen gespendeten Laptop.
Seit Anfang 2021 besteht die Möglichkeit, beim Jobcenter einen Hardware-Zuschuss fürs Homeschooling in Höhe von 350 Euro pro Kind zu beantragen. Allerdings ist diese Option mit einer Überprüfung der "wirtschaftlichen Situation im Einzelfall" verknüpft und besteht nur dann, wenn "die für das Distanzlernen notwendigen Geräte (...) nicht anderweitig zur Verfügung" gestellt werden können – "zum Beispiel über eine Ausleihe von der Schule". Dass Vereine weiterhin einen großen Mangel und Bedarf bei Schülerinnen und Schülern an schneller, umfassender und vor allem unbürokratischer Hilfestellung beobachten, ist daher wenig verwunderlich.
Das Projekt "Hey, Alter" stattet explizit Schülerinnen und Schüler (nicht Schulen) mit Laptops aus. So wie hier an der Johanna-Eck-Schule in Berlin.
Angesichts der mittlerweile überwiegend vollzogenen Rückkehr zum Präsenzunterricht hat indes auch die Hardware-Ausstattung innerhalb von Schulen wieder stark an Bedeutung gewonnen. Die deutschlandweite Initiative "Das macht Schule" hilft Lehrkräften bei der Umsetzung von Projekten, die unter anderem soziale Kompetenzen, Umweltbewusstsein und Kreativität von Schülern fördern sollen. In diesem Rahmen vermittelt sie auch Hardware-Spenden von Unternehmen an Schulen. Die auf der Website von "Das macht Schule" formulierte Bedingung für diese Unterstützung: "Ihr holt die Geräte selbst beim Unternehmen ab, setzt sie dann in der Schule bzw. für Schüler ein und schreibt uns, wie euch die Geräte helfen, digitale und andere Kompetenzen an eurer Schule zu fördern".
Die Initiative sieht dieses Konzept auch als persönlichen Beitrag zum "Digitalpakt Schule". An dem 2019 aufgelegten Förderprogramm der Bundesregierung zum technischen Ausbau der Schulen hatte es in der Vergangenheit immer wieder Kritik insbesondere im Hinblick auf das Tempo des Mittelabrufs gegeben.