Bergwertung: Porsche Boxster RS 60 Spyder

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Die ungestüme Art und Weise, in der sich der Boxster auf die Kurve stürzt, um sich gleich danach die nächste vorzuknöpfen, ist faszinierend. Das perfekt abgestimmte Chassis bietet souveränen Grip und bleibt stoisch neutral – das sanft regelnde ESP ist praktisch arbeitslos. Der Aluhebel flutscht präzise und mit einem wunderbar mechanischen Gefühl durch die Schaltgasse, die Anschlüsse der Gänge passen perfekt und der bissige Boxermotor stürmt ungezügelt dem Begrenzer entgegen. Die serienmäßige Stahlbremse ist dabei stets Herr der Lage, verzögert auf Wunsch mit vehementem Nachdruck und bietet einen fein definierten Druckpunkt im Pedal.

Die wohl wichtigste Rolle bei der Kommunikation zwischen Fahrer und Wagen übernimmt aber die Lenkung. Im Boxster schafft sie eine direkte Verbindung zwischen Straße, Rädern und Lenkrad – auf schlechtem Geläuf wird dies dadurch deutlich, dass Stöße bis ins Volant weiter geleitet werden. Kurzum: Dieses Auto muss man nicht quälen oder übermäßig hart ran nehmen, die schnelle Fortbewegung liegt ihm schlicht in den Genen. Im Gegenzug muss man allerdings mit leichten Komforteinbußen klar kommen.

Nichts im Leben ist umsonst. Diese Binsenweisheit gilt in verschärfter Form, wenn sich die Firma Porsche für Fahrspaß entlohnen lässt. Mit 63.873 Euro ist auch der RS 60 Spyder wahrhaftig kein Sonderangebot. Zum Vergleich: Ein Audi TTS Roadster mit 272 PS kostet 47.750, ein Mercedes SLK 350 mit 305 PS 46.975. Euro. Diese Vergleiche hinken natürlich ein wenig, da es sich beim RS 60 um ein gut ausgestattetes Sondermodell handelt. Ein normaler Boxster S steht mit 57.352 Euro in der Liste. Immerhin: Bis auf Kleinigkeiten sind alle Extras des limitierten Boxster auch für die Serie zu haben. Wer das S-Modell mit dem silbernen Sonderlack, roter Lederausstattung, Sportauspuff oder 19-Zoll-Rädern auf das Niveau des RS konfiguriert, landet allerdings bei deutlich über 70.000 Euro.