Crashtest: Wie sicher sind kleine Cabrios?

Seite 2: Crashtest: Wie sicher sind kleine Cabrios?

Inhaltsverzeichnis

Ein weiterer Versuch galt den Auswirkungen einer Heckkollision. Dabei prallte ein Suzuki Vitara mit 60 km/h von hinten auf einen stehenden Daihatsu Copen. Hierbei wird das Heck des kleinen Roadsters stark gestaucht. Der Fahrer prallt mit dem Kopf hart auf die Kopfstütze, die wiederum auf den Überrollbügel aufschlägt. Starke Kopfverletzungen wären unvermeidlich. Beim Copen wie auch bei Modellen ähnlicher Bauart liegen Kopfstütze und Überrollbügel aufgrund der geringen Fahrzeuglänge sehr nahe beieinander. Nach Meinung der Unfallforscher würde bereits eine Vergrößerung des Zwischenraums von wenigen Zentimetern dieses Problem deutlich entschärfen.

Ein weiteres Problem beim Copen ist, dass sich die Kopfstützen nicht verstellen lassen – schwere Verletzungen durch falsche Stützenposition sind die Folge. Und noch eine weitere Gefahr zeigt der Crashversuch. Das versenkte Metalldach des Copen wird beim Heckaufprall nach vorne in Richtung Insassen geschoben. Wird es nicht abgefangen, kann es in den Fahrgastraum eindringen. Verhindern ließe sich das durch die Überrollbügelverstrebung, die sich an den Türsäulen abstützen müsste.

Cabrio-Fahrer haben beim Überschlag kein Dach über dem Kopf und sind damit einem besonderen Risiko ausgesetzt. Das zeigt sich im Crashtest. Ein Mazda MX-5 wurde bei 40 km/h zum seitlichen Überschlagen gebracht. Da das Auto keine Überrollbügel hat, kommen die Insassen direkt mit dem Boden in Berührung, was zu schwersten Verletzungen führt. Der Frontscheibenrahmen alleine reicht zum Schutz nicht aus. Aber auch bei vorhandenen Überrollbügeln ist Vorsicht geboten: Wenn der Kopf des Fahrers die Frontscheibe oder den Überrollbügel überragt, ist er ungeschützt. Deshalb sollten besonders große Cabriofahrer darauf achten, dass die Sitzhöhe richtig eingestellt ist. (imp)