Der Hochleistungsroadster Cadillac XLR-V im Test
Seite 2: Der Hochleistungsroadster Cadillac XLR-V im Test
Zugig und bequem
Die Ledersitze des XLR-V sitzen sich prächtig und machen einen langstreckentauglichen Eindruck. Seitenhalt bieten sie nur moderat, was ein wenig erstaunlich ist, bei einem 450-PS Fahrzeug. Dass dies durchaus passt, werden wir später noch erleben. Sobald wir das Klappdach öffnen, unter dem auch größere Leute noch genügend Platz finden, stürmt es im Auto. Ein Windschott ist nicht serienmäßig mit dabei, wird aber wegen der großen Nachfrage inzwischen vom Zubehörhandel angeboten. Ohne Windschott macht das offene Fahren bei Autobahngeschwindigkeiten nicht so richtig Spaß. Ständig versucht der Wind, die bei Sonnenschein notwendige Mütze zu klauen. Der Kofferraum kommt bei einem Roadster klassischer Weise zu kurz. Bei geöffnetem Dach passen nur noch zwei bis drei Handtaschen ins Staufach im Heck.
Harter Bursche
Das Fahrwerk des XLR-V hat Cadillac roadstertypisch hart ausgeführt. So hart, dass der Wagen in Bodenwellen und Löcher hineinzukippen scheint. Dabei wirkt er sehr verwindungssteif, wie eine stabile Karbonplatte mit vier Rädern. Die V-Version des XLR nennt ein neues Stoßdämpfersystem namens Magnetic Ride Control (MR) ihr Eigen. Dieses System soll den Caddy in jeder Situation in einer geraden Ebene halten. Dies gelingt nur zum Teil. Kurven nimmt der Wagen auch bei hohen Geschwindigkeiten noch sicher, wankt aber ein wenig. In Sachen Kurvenlage kommt uns der XLR-V eher wie ein etwas weicheres Auto vor, selbst Nicht-Roadster wie der Ford Focus ST können das besser. Dabei hat GM in Amerika sogar Teile der Nordschleife des Nürburgrings nachgebaut, um dort Fahrzeuge wie den XLR-V intensiv testen zu können.
Bremsen wie die Corvette
Um den immensen Vortrieb wieder runterfahren zu können, haben die Ingenieure dem XLR-V die Bremsen der Corvette C6 eingepflanzt. Die Scheiben der J55-Bremsen haben vorne einen Durchmesser von 340 und hinten von 330 Millimeter. Die Scheibendicke wurde auf 32 beziehungsweise 26 Millimeter erhöht, um eine größere Wärmekapazität der Bremsscheiben zu erreichen. Und die Maßnahmen wirken, der Tritt aufs Bremspedal zeigt wohldefiniert Wirkung. Die Zeiten, in denen bei amerikanischen Wagen ellenlange Bremswege in Kauf genommen werden mussten, sind bei Cadillac längst passé. Letztendlich auf die Straße gebracht werden Vortriebs- und Bremswirkung von 19-Zoll-Runflats von Pirelli. Eine erhöhte Gier nach Spurrillen konnten wir trotz der großen Reifen nicht feststellen.