Der Volvo S80 T6 AWD im Test

Seite 2: Der Volvo S80 T6 AWD im Test

Inhaltsverzeichnis

Rechts neben dem Lenkrad fährt der Bildschirm des Navigationssystems aus dem Armaturenbrett. Ein wenig schräg neigt er sich zum Fahrer, damit er sich des Nachts nicht in der Windschutzscheibe spiegelt. Macht er zwar doch, aber bei weitem nicht so schlimm wie im kleinen Bruder Volvo S40. In Aktion schlägt das Navi gerne mal Routen vor, bei denen der Allradantrieb wirklich gebraucht wird und beim Eingeben der Adresse lädt das System nach jedem Buchstaben nervig lange rum. Und die Rückfahrt ins Armaturenbrett endet zirka einen Zentimeter, bevor der Bildschirm vollständig versinkt. Der Rahmen des Bildschirms schließt also nie bündig mit dem Armaturenbrett ab – wer spontan ins ansonsten so stimmige Auto blickt, den stört das. Allerdings können wir dem Navi wenigstens die Bedienung zugute halten: Die Fingerspitzen gewöhnen sich schnell an die Tasten hinter der Lenkradspeiche, die Hände müssen nicht zur Mittelkonsole greifen.

Die Armaturen an sich sind in einem metallischen Ton gehalten, wobei die Zeiger irritierende Schatten aufs Zahlenrund werfen. Außerdem schickt der Schwede ab und zu einen kleinen Hinweis raus: „Sie haben eine neue Mitteilung“ steht in der Mitte des Tachos. Zur Meldung durchgeklickt erscheint dann: „Gurte im Fond werden nicht benutzt“. Da sind wir froh drüber – schließlich sitzt hinten gerade keiner. In Sachen Außenspiegel-Anklappen hat Volvo gut mitgedacht: Verriegelt man den Wagen, klappen die Spiegel automatisch an, nicht vorher. Beim Lexus IS legen sich die Außenspiegel bereits beim Ausschalten des Motors an und man kann beim Aussteigen nicht mehr auf einen hilfreichen Blick in den Spiegel zurückgreifen. Hier ist das Volvo-System deutlich überlegen.

Platz? Für die Raumverhältnisse stand anscheinend Volvos Heimatland Schweden Pate: Vorne wie hinten gibt es selbst für große Mitbürger nichts zu meckern. Auch wenn hinten drei Leute sitzen müssen, sind auch für den Mittelmann Fahrten von über einer Stunde Dauer noch ganz erträglich. Er muss nur bereit sein, die Füße rechts und links vom Mitteltunnel einzusortieren. Die Übersichtlichkeit leidet ein wenig unter den breiten C-Säulen – und das bei einem Hersteller, der schon mit Studien von durchbrochenen A- und C-Säulen auf sich aufmerksam gemacht hat. Aber Kopffreiheit genießt derjenige, der neben der C-Säule sitzt, ohne Ende. Hinten ist nach oben hin sogar mehr Platz als vorne, was die Außenform des Wagens nicht vermuten lässt.