E10: Autohersteller und Sprit-Anbieter umgarnen die Kunden

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Die Autofahrer sträuben sich unterdessen weiter gegen E10, und die Mineralölkonzerne suchen auf unterschiedliche Weise nach Lösungen. So fährt Total nun seine E10-Produktion zurück. Wie aus übereinstimmenden Medienberichten hervorgeht, verringert der Hersteller bei seiner Raffinerie in Leuna den Anteil an E10 und produziert wieder mehr normalen Superkraftstoff. Ein Sprecher sagte, man passe sich dem Verbraucherverhalten an. Total werde aber weiter E10 anbieten.

Während Total offenbar weniger E10 absetzen kann als vorhanden, ist es andernorts laut einem Bericht des Magazins "Focus" umgekehrt: Obwohl fast niemand den neuen Sprit tankt, mangelt es an E10. Noch nicht überall gibt es genug Produktions- und Lagerkapazitäten für E10. Doch die Zapfsäulen sind schon mit E10 beschriftet. Deshalb fließt angeblich aus vielen E10-Zapfsäulen weiterhin normales Super. Rechtlich ist das offenbar in Ordnung, denn die DIN-Norm 51626-1 schreibt für E10 lediglich den Ethanol-Maximalgehalt von zehn Prozent vor.

Wie gründlich die E10-Einführung vorläufig gescheitert ist, lässt sich auch einem Interview entnehmen, das Shell-Deutschlandchef Peter Blauwhoff dem "Tagesspiegel" gab. "Jetzt ist es ganz und gar unmöglich geworden, die Quote [der vorgeschriebene Biokraftstoff-Anteil von 6,25 Prozent, Anm. der Red.] in diesem Jahr zu erreichen", sagte Blauwhoff. Und weiter: "Die Erfüllung der gesetzlichen Bioquote setzt voraus, dass mehr als 90 Prozent unserer Benzinverkäufe E10 sind. Gegenwärtig stehen wir aber eher bei 50:50."