Europäischer Gerichtshof kippt VW-Gesetz

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Niedersachsen ist weiterhin gerne gesehen
Gleichwohl „akzeptiert“ Porsche, dass Niedersachsen seinem Aktienanteil entsprechend in Person von Christian Wulff und Wirtschaftsminister Walter Hirche angemessen im VW-Aufsichtsrat vertreten sei. Damit sei die notwendige Kontinuität in der vertrauensvollen Zusammenarbeit sichergestellt.

Eine etwas unterschiedliche Sichtweise von Wulff und Wiedeking ist aus den Formulierungen dennoch zu entnehmen. Denn Porsche hat im Moment eigentlich nur Vorteile von dem Urteil: Das Land Niedersachsen hält dem Stuttgarter Autobauer den Rücken frei, so kann Porsche seine Einflussnahme bei Volkswagen ganz entspannt ausbauen, ohne sich mit anderen Fronten befassen zu müssen.

Welchen Nutzen das Land Niedersachsen aus seinen Anteilen zukünftig zieht, wird sich zeigen müssen. Spätestens wenn Porsche andere mehrheitliche Konstellationen formt, könnten seine Aktienanteile als willkommene Einnahmequelle entdeckt werden. Fest steht schon jetzt: Niedersachsens Einfluss auf den Volkwagen-Konzern ist mit dem Urteil gesunken.

Was will Piëch?
Ferdinand Piëch, Aufsichtsratsvorsitzender von Volkswagen und Mitglied im Porsche-Aufsichtsgremium, kann die weitere Entwicklung entspannt verfolgen, Vielleicht kommt nun wieder zusammen, was aus Sicht der Familien Porsche und Piëch wohl auch zusammengehört. Ob dann das Land Niedersachsen noch gebraucht wird, wird zu einer interessanten Frage, denn der „Techniker der Macht“, wie ihn der Autor Jürgen Grässlin nannte, kann sich möglicherweise ebenso wie Wendelin Wiedeking andere Konstellationen vorstellen, die mehr als 50 Prozent der Stimmrechte sichern. (ggo)