Französischer Dauerläufer: Der Peugeot 504 wird vierzig
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Kombi, Pick-up und Allradantrieb
Die Modellfamilie wuchs kontinuierlich. Nach der viertürigen Limousine folgte 1972 der große Kombi, der als Break, Commerciale oder als Familiale mit drei Sitzreihen und sieben Plätzen angeboten wurde. Mit 4,80 Meter Länge bot die Kombiversion des 504 wirklich eine Menge Platz. Ein echter Lastenträger für den rauen Einsatz war der ab 1979 angebotene Pick-up, der bis Ende der 1980er Jahre in Europa erhältlich war. Für diese Versionen war auch ein Allradantrieb des elsässischen Spezialisten Dangel verfügbar. Die schönsten Varianten innerhalb der 504-Familie sind aber zweifellos das Coupé und das Cabrio, die nicht nur von Pininfarina entworfen, sondern auch dort gefertigt wurden.
Mit dem Modelljahr 1981/1982 verabschiedete sich die 504 Limousine vom deutschen Markt. In der französischen Heimat wurde der Viertürer noch bis Ende 1983 angeboten, mithin 15 Jahre nach der Premiere. Zu diesem Zeitpunkt war der Nachfolger des 504, der 505, bereits seit vier Jahren auf dem Markt.
Fast unsterblich in Afrika
Die Erfolgsgeschichte des 504 war damit allerdings noch lange nicht zu Ende. In modifizierter Form wurde die Limousine außerhalb Europas für afrikanische und südamerikanische Länder weitergebaut. In Nigeria endete die Produktion des 504 erst im Jahr 2005 – also stolze 37 Jahre nach dem Debüt der Limousine. Der letztgebaute 504 aus Nigeria befindet sich heute im Fundus des Peugeot-Museums in Sochaux/Frankreich. Insgesamt liefen über 3,3 Millionen Exemplare des 504 vom Band.
Erfolge im Rallyesport
Zur Erfolgsgeschichte des 504 gehört auch seine Karriere als Rallyefahrzeug. Insbesondere bei den internationalen Wettfahrten auf afrikanischem Boden profitierte der 504 von seiner Robustheit und konnte sich häufig gegen seine Konkurrenten durchsetzen. 1975 beispielsweise erzielte die 504 Limousine bei der Safari-Rallye in Kenia mit dem schwedischen Fahrerteam Andersson/Hertz ihren ersten WM-Sieg. Bei der Marokko-Rallye im gleichen Jahr verbuchte der 504 sogar einen Doppelsieg, den der robuste Löwe 1976 in Marokko wiederholen konnte.
Und bei der Rallye Bandama an der Elfenbeinküste belegten im gleichen Jahr sogar fünf 504 die ersten fünf Plätze: Der Sieg ging an ein 504 Coupé, die folgenden vier Plätze an die bewährte 504 Limousine – ein Ergebnis mit Symbolcharakter: Fortan sammelte das 504 Coupé die Rallye-Siege in Afrika, gekrönt von einem Doppelsieg bei der Rallye Bandama an der Elfenbeinküste 1978. Damit war der Beiname „Dauerläufer” für den Peugeot 504 geboren. (imp)