Geodaten fĂĽr Fotos
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Geokodierung: Hardware
Das Spektrum der für den Fotografen einsetzbaren Geräte ist groß. Auf der einen Seite gibt es reine Track- Aufzeichner ohne Display, die kaum größer und schwerer als ein Speicherstick sind. Kleinere Outdoor- GPS-Empfänger mit Display bieten bereits einfache Navigationsfunktionen, größere lassen sich mit umfangreichem Kartenmaterial (auch in Farbe) ausstatten und verfügen über eine komfortablere Routenplanung. Personal Digital Assistants (PDAs) und Smartphones können prinzipiell ebenfalls zum Einsatz kommen, bieten bei kontinuierlicher Aufzeichnung jedoch nur eine begrenzte Laufzeit. In der untersten Gewichtsklasse buhlen drei Federgewichte um die Gunst der Fotografen. Mit rund 100 Gramm fallen sie nicht zur Last, taugen allerdings mit Ausnahme des Garmin nicht zur Navigation.
Sony GPS-CS1
Der Sony GPS-CS1 zeichnet einen ganzen Urlaub lang seine geografische Position auf und ermöglicht so die Geokodierung aller dabei entstandenen Fotos.
Mit einem Straßenpreis von etwa 100 Euro inklusive Software ist der Sony GPS-CS1 einer der preisgünstigsteren Track-Aufzeichner. Die Bedienung ist denkbar einfach: Einschalten, Ausschalten, Batteriewechsel – mehr ist während des Ausflugs weder möglich noch nötig. Die Statusanzeige besteht aus drei Leuchtdioden, von denen eine den Erfolg oder Misserfolg beim GPS-Empfang signalisiert. Im Praxistest glänzte der Stick nicht gerade durch besonders gute Empfangseigenschaften, lieferte aber durchaus brauchbare Tracks. Er ist jedoch nicht wasserdicht, und Punkte lassen sich nur im festen Intervall von 15 Sekunden aufzeichnen. Das kann später zu leicht abgekürzten Wegen bei Track-Darstellungen auf digitalen Karten führen.
Zur Stromversorgung genügt eine Mignon- Standardbatterie oder ein entsprechender Akku. Der eingebaute 31-MByte-Speicher reicht für etwa 15 Tage kontinuierliche Aufzeichnung – der Sony-Stick eignet sich also auch für lange computerlose Urlaube. Das Gerät lässt sich über ein mitgeliefertes Standardkabel wie ein normaler USBStick treiberlos als Wechseldatenträger ansprechen. Informationen zu den Track-Punkten speichert es als ASCII-Dateien im NMEAFormat, das sonst üblicherweise in der GPS-Echtzeitkommunikation zum Einsatz kommt.
Die Tracks sind damit auch für Programme anderer Anbieter lesbar, was der Fotograf bald schätzen lernt: Die mitgelieferte Software bietet nur rudimentäre Funktionen und unterstützt offiziell bislang lediglich die Verarbeitung von Bilddateien der gängigen Sony-Kameras. Der Nachfolger Sony GPS-CS1KA ist für alle Kameras ausgelegt, die Fotos im EXIF-2.1-Format speichern.
TrackStick
Mit 250 Euro ist der TrackStick deutlich teurer. Er erinnert an einen überdimensionalen Speicherstick und dockt auch genau so an der USB-Buchse an. Der 75 Gramm leichte Track-Aufzeichner lässt sich über einen einzigen, leider vorstehenden Druckknopf bedienen, der leicht ungewollt ausgelöst werden kann. Zur Aufzeichnung steht gerade einmal ein Megabyte zur Verfügung. Anschließend gelingt nur mit Spezialsoftware und nach Treiberinstallation der Zugriff auf die Positionsdaten, die beim Praxistest im Minutenabstand aufgezeichnet wurden.
Mit der beigelegten Software (Version 2.03) sollten sich auch Speicherintervalle von 5 oder 15 Sekunden einstellen lassen. Doch die Zeitangaben zu den Track-Punkten enthalten kurioserweise nur Minutenangaben. Da der TrackStick in den Probeläufen auch hinsichtlich seiner Empfangseigenschaften nichts Außergewöhnliches bot, fällt es ausgesprochen schwer, den hohen Preis zu rechtfertigen.
Garmin foretrex 101
Keine Uhr am Armband: Der wetterfeste Garmin foretrex 101 liefert GPS-Navigationsdaten und speichert 10.000 Positionen.
Der 100 Gramm wiegende Garmin foretrex 101 stammt von einem etablierten Outdoor-Geräteanbieter und kostet rund 200 Euro. Das gewöhnlich am Handgelenk getragene Gerät bezieht seinen Strom aus zwei AAA-Standardbatterien oder entsprechenden Akkus. Mit seiner Robustheit kann es beeindrucken: Selbst ein Gewitterschauer schreckt das Gerät nicht. Auch das Garmin-Gerät kann nicht mit der Speicherkapazität des Sony-Sticks konkurrieren: Es speichert maximal 10.000 Track-Punkte. Damit erfasst es in hoher Auflösung trotz intelligenter Speicheroptionen bestenfalls Touren von wenigen Tagen Länge.
Während eines längeren Urlaubs muss dann beispielsweise ein Notebook zur Zwischenspeicherung herhalten. Dem foretrex liegt keine PC-Software bei. Die Daten lassen sich mit der kostenfrei erhältlichen Version des GPS TrackMaker verwalten. Sie zeigt die Tracks auf Wunsch in Gogle Earth und erlaubt anschließend ein Abspeichern der Daten im GPX-Format. Dabei schneidet sie keine Nachkommastellen von Positionsangaben ab, was andere Programme durchaus tun.
Im Prinzip ist mit der Kombination Track- Maker und foretrex eine Echtzeit-Navigation am Notebook möglich. Dabei kommunizieren die Geräte über das bereits erwähnte NMEA-Protokoll, welches auch für die Verständigung mit einer geeigneten Kamera verwendet werden kann. Obwohl es schon seit Jahren auf dem Markt ist, wirkt die GPS-Erfassung präziser und schneller als beim Sony-Stick. Der foretrex bietet zudem ein Display mit vielen durchdachten Anzeige- und Einstellungsoptionen.
Trotz der geringen Größe gelingt sogar eine brauchbare Navigation. Dies setzt allerdings eine exakte Planung der Wegstrecke am heimischen PC nebst geeigneter Software voraus. Universell verwendbare Karten lassen sich im Speicher des Geräts nicht unterbringen; sie würden sich auf dem kleinen Display auch kaum sinnvoll anzeigen lassen. Das Garmin-Gerät erscheint also besonders für eine Geokodierung bei Tagesausflügen gut geeignet.