Geodaten fĂĽr Fotos

Seite 5: Geokodierung: Software

Inhaltsverzeichnis

Von Einzelbildern abgesehen, möchte man seine Fotos nicht von Hand mit Positionsangaben versehen müssen. Schließlich geht es auch automatisch, sofern ein GPS-Gerät Tracks aufgezeichnet hat. Die wichtigste Funktion eines entsprechenden Programms besteht darin, Fotos und Trackpunkte anhand der jeweils gespeicherten Zeitstempel sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Zu diesem Zweck müssen die Programme bei Fotosammlungen den jeweiligen Aufnahmezeitpunkt identifizieren können, der sich in der Regel in den EXIF-Metadaten der JPG- Bilder findet.

Schwieriger ist es bei Raw-Formaten, die je nach Hersteller unterschiedliche Strukturen aufweisen. Hier hilft im Zweifelsfall die Kameraoption, wenigstens zusätzlich ein kleines Bild als JPG-Datei zu speichern und zunächst nur dies mit geografischen Angaben zu versorgen. Außerdem müssen Programme zur Geokodierung in der Lage sein, Track-Dateien zu lesen, zumindest im verbreiteten GPX-Format. Einige kommunizieren direkt mit älteren GPS-Empfängern. Liegen die Tracks noch nicht als GPX vor, können kostenfreie Programme wie GPS TrackMaker behilflich sein.

RoboGEO verknĂĽpft Bilder mit ihren geografischen Koordinaten.

RoboGEO ermöglicht eine komfortable Geokodierung zum Preis von etwa 40 US$. Das englischsprachige Windows- Programm erlaubt auch ohne den Freischaltcode ausgiebige Tests, verschiebt dabei jedoch die Positionsangaben der Bilder absichtlich bis zu einen Kilometer. Die verarbeiteten Fotos lassen sich also erst nach der Bezahlung wirklich präzise orten.

Bei den Programmeinstellungen muss der Anwender einmalig den Punkt UtcTime- Bias ansteuern und die Differenz zwischen UTC-Weltzeit und Kamerazeit zum Zeitpunkt der Aufnahme angeben, sonst funktioniert die Zuordnung der Bilder nicht korrekt. Im linken Teil des Programmfensters sieht er jederzeit die typischen Schritte bis zur Kodierung und zum Export der Bilder übersichtlich aufgelistet. Er kann alle Varianten der Schritte direkt aufrufen. Die Fotos wählt er einzeln in den Formaten JPG, TIF, PNG, BMP oder DNG. Alternativ gibt er ganze Verzeichnisse oder früher gespeicherte Robo- GEO-Projekte an.

Anschließend hat man eine Fülle von Möglichkeiten, die Ortsangaben einzulesen: etwa von einem angeschlossenen GPS-Empfänger oder von einer Track-Datei, von einer NMEA-Datei, aus Google Earth oder über manuelle Eingabe. Auch eine Mehrfachauswahl von Dateien ist möglich, sollte aber mit Bedacht erfolgen: Bei einem späteren Export, etwa nach Google Earth, werden leider alle gewählten Tracks weitergegeben, unabhängig vom zeitlichen Zusammenhang mit den verarbeiteten Fotos.

Das perfekte Ausflugsprotokoll: Nach der Bearbeitung mit RoboGEO ist die Route samt allen aufgenommenen Bildern in Google Earth sichtbar.

Nach der Auswahl von Tracks sorgt Robo- GEO für die Zuordnung von Koordinaten und Bildern. Einzelne Werte lassen sich bei Bedarf manuell korrigieren oder ergänzen. Dies ist tatsächlich manchmal notwendig, da RoboGEO beim Fehlen halbwegs geeigneter Track-Angaben in näherer zeitlicher Umgebung der Fotoaufnahmen zunächst konservativ vorgeht und Lücken lässt. Eine Nutzung von Google Earth für entsprechende Korrekturschritte ist zurzeit noch nicht optimal gelöst: Der Anwender sieht dort nicht die Gegend um die bereits zugeordneten und zeitlich benachbarten Fotos, sondern einen Blick auf die Erde, der grundsätzlich die Lage aller zuvor angegebenen Trackpunkte berücksichtigt.

Das Resultat der Geokodierung lässt sich anschließend in einer Projektdatei sichern, in der Angaben zu Speicherorten der Fotos sowie zugeordnete geografische Angaben enthalten sind. Nicht zugeordnete Fotos sind in dieser Auflistung nicht enthalten. Schließlich kann der Fotograf die geografischen Angaben in den EXIF-Header seiner JPG-Fotos schreiben oder KML-Dateien ausgeben lassen, die er gemeinsam mit den Track-Daten samt Verweisen auf die Fotos in Google Earth betrachten kann. Vor der Modifikation der Header werden die Bilder kopiert, was auf sicherheitsbewusste Fotosammler beruhigend wirkt und bei ansonsten ungesicherten Originaldateien Pflicht sein sollte.RoboGEO überzeugt also bei den meisten Aufgaben rund um die Geokodierung.