Geodaten fĂĽr Fotos

Seite 6: JetPhoto Studio

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JetPhoto Studio (3.5 für Windows oder 2.5 für Mac OS X) versucht dagegen, neben der Kodierung noch eine Vielzahl anderer Aufgaben zu erfüllen: Bild- und Track-Verwaltung, einfache Bildbearbeitungen, Diashows, Flash-Exporte, Kommunikation mit GPS-Geräten und speziellen Websites. Eine deutschsprachige Version ist vorgesehen, war aber zum Testzeitpunkt kurz nach Erscheinen der Version 3.5 noch nicht verfügbar. Zum Ausprobieren existiert eine frei verfügbare Version, bei der allerdings eine Reihe von Funktionen fehlen. Sie erlaubt bereits eine automatisierte Zuordnung mit maximal 100 Bildern. Erst nach der 25 US-$ kostenden Registrierung lassen sich die Koordinaten in die EXIF-Header schreiben.

Auch hier muss der Anwender zunächst die Abweichung zwischen UTC und Kamerazeit in vollen Stunden entsprechend den Zeitzonen einstellen. Für die Korrektur von Ungenauigkeiten der Kamerazeit findet er etwas versteckt zudem eine Möglichkeit, die für eine größere Zahl von Bildern berücksichtigten Zeitangaben um einen frei wählbaren Differenzbetrag zu korrigieren. Anschließend legt er ein neues Album an, das als Ordner auf der Festplatte existiert, und importiert JPG-Bilder. Danach liest er die Tracks ein, die unabhängig von den Alben in einem eigenen Ordner unterhalb von „Eigene Dateien“ liegen. So hat er bei konsequentem Einlesen immer alle persönlich gesammelten Track-Daten zur Verfügung. Wenn aber ein zweiter Fotograf den Computer für die Geokodierung nutzen will, muss er sich unter anderem Namen bei Windows anmelden.

Bei der Verbindung von Fotos und Track- Dateien zeigt sich JetPhoto großzügig und entscheidet sich auch bei fehlenden zeitnahen Positionsangaben für einen plausiblen Aufnahmeort. Die Fotos nebst Track-Angaben stellt das Programm anschließend auf Knopfdruck in Google Earth dar. Dabei sorgt es für eine aufgeräumte Darstellung, indem es nur Track-Daten aus dem zeitlichen Umfeld der Fotos berücksichtigt. Leider hakelt die Zusammenarbeit mit Google Earth in der Windows-Version noch an vielen Stellen. JetPhoto zentriert und zoomt die Erdansicht nicht sinnvoll; einzelne Track-Punkte erscheinen unverbunden und erinnern in der Darstellung an gelbe Stäbchen. Probleme traten im Test auch bei dem Versuch auf, ausgewählte Fotos manuell zu lokalisieren.

Die für entsprechende Zwecke bereitgestellten Programmfenster sehen viel versprechend aus, versagten im Test jedoch bei der Kommunikation mit dem Internet regelmäßig. Der Versuch, die Koordinaten in die Header der Bilddateien zu schreiben, führte schließlich nur zu fehlerhaften Einträgen. Insgesamt finden sich in JetPhoto eine Reihe guter Ansätze, die aber im Detail noch nicht ausgereift sind. Die kleinen Katastrophen der Windows-Version 3.5 waren in der Mac-Variante 2.5 nicht zu beobachten. Hier funktionieren alle wesentlichen Funktionen tadellos, was mit dem weniger umfangreichen Funktionsangebot und der bescheideneren Versionsnummer zusammenhängen mag.

Für Mac-Besitzer ist JetPhoto auf alle Fälle eine bessere Wahl als Geophoto 1.0 von Ovolab. Das Programm stellt eine eigene Weltkarte zur Verfügung, mit der sich Fotos manuell geokodieren lassen. Anschließend dient die Erdkugel als Pinnwand für die Fotos, doch mangels anschaulicher Karten fällt es schwer, selbst Großräume zu lokalisieren. Zu Städten existiert allerdings eine Datenbank. Da Geophoto weder mit GPS-Tracks noch mit Google Earth etwas anzufangen weiß, kann sich der Fotofreund die 20 Euro für das Programm getrost sparen.